Lexikon der Sortenhonige

Lexikon der Sortenhonige

Der Begriff „Sortenhonig“ bezeichnet monoflorale Honige, d.h. Honige deren botanische Quelle zum Großteil aus einer einzigen Pflanze besteht. Die sensorische Beschreibung orientiert sich an möglichst reinsortigen Honigen. Ein Teil dieser Sortenhonige kommt in mehreren Regionen vor, andere beschränken sich auf eine Herkunft. Die Küstenzonen weisen aufgrund des wärmeren Klimas eine wesentlich größere Zahl an Sortenhonigen auf, als vergleichbare Bereiche im Landesinneren. Bastardindigo- und Seidenpflanzenhonig sind seit kurzer Zeit verfügbar, andere Sorten wie etwa Metcalfahonig verschwinden wieder aus den Honigregalen. Ein Grund dafür ist die Klimaveränderung. Ein weiterer sind Eingriffe des Menschen, der mit oder ohne Absicht Insekten und Pflanzen über den gesamten Erdball verfrachtet. In ihrer neuen Umgebung finden einige dieser Neozoen und -phythen günstige Rahmenbedingungen vor und werden rasch heimisch. Sie stellen heute wichtige Nahrungsquellen für Bienen und andere Bestäubungsinsekten dar. Andere hingegen werden verdrängt und verschwinden. Die Sortenhonige einer Region sind somit nicht viel mehr als eine Momentaufnahme, ein Schnappschuss im Laufe der Evolution.

Akazienhonig

Vorkommen des Honigs: aus Hügelzonen, sehr häufig

Der Honig

Eine Besonderheit dieses stets flüssigen Honigs ist seine Farbe, die bei Reinsortigkeit in Richtung kristallklarer Transparenz geht. Akazienhonig ist hellgelb, im Extremfall nahezu wasserfarben mit leichtem Grünstich. Der Geruch ist fein, sehr angenehm und nicht sehr intensiv: Duft von Blumen, Mandeln in Zuckerglasur, Vanilleschoten. Der Geschmack ist zart, süß und anregend und entspricht dem Geruch. Am Gaumen seidig-weich. Im Abgang eine zarte Note von Muskatnuss, Vanille und Zimt. Kaum Nachgeschmack.

Aufgrund des zarten Aromas sind Geschmacksfehler im Honig leicht erkennbar, z.B. säuerliche Fehltöne, die etwa bei Verwendung von zu altem Bienenwachs auftreten. Völlig neues Bienenwachs hingegen verleiht dem Honig einen zarten Wachsgeschmack. Gelegentlich enthält Akazienhonig auch  Reste von Raps- oder Löwenzahnnektar, die kurz zuvor blühen. Die Honige haben dann ein trübes Erscheinungsbild. Akazienhonig weist von allen Honigen den höchsten Anteil an Fructose auf und neigt dadurch auch nicht zur Kristallisation. Fructose kann nur langsam in das menschliche Blut aufgenommen werden. Dies ist auch der Grund, warum dieser Honig bei Leistungssportlern als legales "Energiedoping" beliebt ist.

Die Pflanze

Die Robinie, volkstümlich auch Akazie genannt, lat. Robinia pseudoacacia, zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler, Fabaceae. Akazienbäume in Vollblüte sind als riesiger, weißer Blütenball von weitem gut erkennbar. In der Nähe betört ein intensiver Blütenduft: Der mythische Duft von Ambrosia.

Die Robinie war im Miozän bereits auf dem europäischen Kontinent verbreitet, verschwand aber im Laufe der letzten Eiszeit. Die heutige Robinie stammt aus dem östlichen Nordamerika und wurde 1630 von Jean Robin, dem Hofgärtner von Versailles, nach Paris gebracht. Nach ihm wurde die neue Zierpflanze benannt. Von den insgesamt zehn in Amerika heimischen Robinienarten hat sich allerdings nur eine einzige, nämlich Robinia pseudoacacia, bei uns einbürgern können. Sie wurde ursprünglich als Zierpflanze in Gärten gepflanzt, dann als Alleebaum an Landstraßen, Fluss- und Bahndämmen verwendet und hat sich schließlich von selbst weiter verbreitet. Sie gilt als Pionierpflanze, die nach Sturm, Brand sowie Erdrutschen den Wald rasch regeneriert und später von anderen, stärker beschattenden Laubbaumarten abgelöst wird. In ihrer Heimat Nordamerika beträgt der Robinienanteil in naturbelassenen Wäldern maximal 4 %. Die Robinie ist heute in ganz Europa verbreitet und einzelne Exemplare finden sich selbst noch in England und Südschweden und in den Weinklimagebieten Frankreichs und Norditaliens. Auch in den Südalpentälern sowie in Ungarn und den Balkanländern bildet sie große Bestände. Sie gedeiht gut an trockenen Standorten und ist unempfindlich gegen Hitze und Luftverschmutzung. Sie ist aus diesem Grund auch ein optimaler Stadtbaum. Auf den Trümmerfeldern des zweiten Weltkriegs fand eine massenhafte Verbreitung der Pflanze in Stadtgebieten statt.

Die Robinie ist ein etwa 20 m hoher Baum mit weitreichenden Seitenwurzeln, die leicht Ausläufer bilden können. Als Schmetterlingsblütler leben ihre Wurzeln in Symbiose mit Knöllchenbakterien und reichern den Boden mit Stickstoff an. Die Nebenblätter haben sich zu Dornen entwickelt. Die Blüte hat einen komplizierten Bestäubungsmechanismus: Der Griffel der Robinienblüte hat unterhalb der Narbe eine allseitige, bürstenartige Behaarung, welche den eigenen Pollen von der Narbe fernhalten. Landet das Insekt auf der Blüte, klappt das Schiffchen mit den Flügeln herunter, der Griffel tritt hervor und berührt zuerst mit der Narbe und anschließend mit der, mit eigenem Pollen gefüllten Bürste den Körper des Bestäubers. Der Nektar wird auf der ganzen Fläche des Blütenbodens abgesondert und ist für die Insekten leicht zugänglich. Robinienblüten sondern große Mengen an Blütennektar ab.

Als Pollenspender ist die Robinie von geringer Bedeutung. Der Pollen wird von den Bienen in kleinen hellgrauen Höschen gesammelt und besitzt einen geringen Eiweißgehalt. Die Blühperiode beginnt meist Ende April und dauert etwa zwei Wochen. Bei hohen Temperaturen kann sie auch kürzer sein. Bienenwirtschaftlich ist die Robinie in Südosteuropa von großer Bedeutung.

Ahornhonig

Vorkommen des Honigs: aus Hügelzonen und Bergwäldern, selten

Der Honig

Ahornhonig ist meist Teil von Waldhonigen aus höheren Lagen, in denen die Pflanze größere Bestände bildet. In Jahren mit ausbleibender Waldtracht kann der Ahornanteil hoch sein. Reinsortig sind Ahornhonige jedoch selten zu finden. Sie sind hellgelb, mild in Geschmack und Aroma und kristallisieren feinkörnig zu einer weichen Paste.

Beim Bergahorn kann es während der Blüte auch zu einer Besiedelung mit Blattläusen kommen. In diesem Falle sammeln die Bienen auch Honigtau von den Läusen. Nicht zu verwechseln ist Ahorn-honig mit Ahornsirup. Bei letzterem wird der Siebröhrensaft von Ahornbäumen vom Menschen entnommen und zu Sirup eingedickt.

Die Pflanze

Der Ahorn, lat. Acer spp., zählt zur Familie der Seifenbaumgewächse, Sapindaceae.

Ahorn ist eine sehr alte Gattung, deren Vorkommen mit verschiedenen Arten bereits im Alttertiär, also vor etwa 240 Millionen Jahren, in Europa und Amerika nachweisbar ist. Einige der 115 Ahornarten, vor allem Zuckerahorn, lat.  Acer saccharum, führen Milchsaft, der sich durch einen mehr als 5 %igen Saccharoseanteil auszeichnet und zur Produktion von Ahornsirup genutzt wird. Zahlreiche exotische Ahornarten werden bei uns als Zierpflanzen kultiviert.

Die größte Bedeutung für die Bienen in Bergwäldern hat der Bergahorn, lat. Acer pseudoplatanus, der an seiner abschuppenden, hellen Borke leicht zu erkennen ist. Das Laub nimmt bereits im Spätsommer eine helle Farbe an. Die Bäume werden an günstigen Standorten bis zu 30 m hoch und können ein Alter von 600 Jahren erreichen. Ab dem 30. Jahr setzen die Bäume Blüten an. Hauptverbreitungsgebiet sind kühle und feuchte Berglagen im gesamten Balkanraum. Die Höhengrenze liegt bei 1700 m. Bergahorn kommt auch im Tiefland in feuchten Gräben vor und bildet gemeinsam mit Esche und Bergulme die sogenannten Schluchtenwälder. Die langen Wurzeln wirken bodenfestigend und verhindern Erosion. Die Blüten erscheinen kurz nach den Blättern Ende April bis Mitte Mai. Der Blütennektar sammelt sich in großen Tropfen am Nektarium und ist allen Insekten zugänglich.

Bienenwirtschaftlich von untergeordneter Bedeutung sind weitere Ahornarten wie der schnell-wachsende und häufig als Alleebaum kultivierte Spitzahorn, lat. Acer platanoides, sowie der Feldahorn, lat. Acer campestre, dessen Vorkommen sich auf Ebenen und Hügellandschaften beschränkt.

Die Pollenproduktion des Bergahorns ist schwach. Der Pollen wird von den Bienen in grünlichen Höschen gesammelt. Mit etwa 5 % Stickstoffgehalt haben Ahornpollen einen mittleren Nährwert für die Bienen.

Alpenrosenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus dem Hochgebirge, selten

Der Honig

Alpenrosenhonige sind rar. Die Produktionszonen beschränken sich auf wenige Gebiete im alpinen Bereich zwischen Wald- und Baumgrenze. Obwohl in günstigen Jahren durchaus interessante Honigerträge von bis zu 30 kg je Bienenvolk erzielt werden, ist eine Wanderung mit Bienen in diese Höhenlage, aufgrund der meteorologischen Voraussetzungen sehr riskant.

Alpenrosenhonig ist in flüssigem Zustand strohgelb und wird hell-beige, sobald er kristallisiert. Die Kristalle sind fein und kompakt. Der schwache, kaum wahrnehmbare Geruch nach Wassermelone und feuchtem Moos ist nur schwer zuordenbar. Am Gaumen angenehm, floral, sehr elegant, ausgeprägte Süße, kurzer Abgang. Honig von der Alpenrose enthält nur wenig Pollen und ist reich an Enzymen.

Die Pflanze

Die Alpenrose, lat. Rhododendron spp., gehört zur Familie der Heidekrautgewächse, Ericaceae. Die Pflanzenfamilie ist weltweit verbreitet und umfasst etwa 500 Arten von kleinen Sträuchern bis zu Bäumen von mehreren Metern Höhe. Zur selben Familie gehören auch Baum- und Besenheide, die in Küstenregionen Nordspaniens und Frankreichs sowie in den Heideregionen Deutschlands zu den wichtigsten Nektarspendern zählen. 

Die Alpenrose ist ein immergrüner Strauch mit rosa- bis purpurroten Blüten und stammt ursprünglich aus Tibet und China. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf die baumfreie Zone im Gebirge ab 1.500 m und reicht bis in Höhen von etwa 2.400 m. Die Pflanze besiedelt häufig Geröll- und Schutthalden und bereitet durch Humusbildung den Boden für eine geschlossene Vegetationsdecke vor. Der Blühzeitraum umfasst die Monate Juni und Juli. Die Blüten haben Drüsen, die ein ätherisches Öl absondern. Die Pflanze ist an sich nicht winterhart, überdauert strenge Winter jedoch gut unter einer Schneedecke. Die Alpenrose gilt als eine der wichtigen Nahrungsquellen für Insekten im alpinen Bereich.

Einige außereuropäische Ericaceenhonige wie z.B. Honig von Rhododendron ponticum in Kleinasien enthalten Andromedotoxin, einen aus dem Nektar der Pflanzen stammenden Stoff, der auf den Menschen berauschend wirkt.

Apfelhonig

Vorkommen des Honigs: aus Plantagenanbau, selten

Der Honig

Blütennektar von Apfel ist häufig Teil von Frühlingsblütenhonigen. Reinsortige Honige sind selten, da zur Blütezeit des Apfels meist auch andere Nektarquellen wie Löwenzahn, Weide und Raps in Vollblüte stehen.  In einigen Regionen, in denen auf großen Flächen Tafeläpfel produziert werden, wie etwa im Nontal im Trentino, findet man auch reinsortige Apfelhonige. Solange der Honig flüssig ist, zeigt er sich hellgelb, sobald er kristallisiert, haselnussbraun mit Grünschimmer. Apfelhonig kristallisiert feinkörnig und weich. Der Geruch ist zart und mild und erinnert an Bratäpfel.  Am Gaumen ist der Honig angenehm mit pflanzlichen Aromen von gekochten Artischocken.

Die Pflanze

Der Apfel, lat. Malus domestica, zählt zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Der heutige Kulturapfel hat seinen Ursprung in der Unterart Malus sylvestris, dem Wildapfel, der in Osteruopa und Westasien heimisch ist. Seine heute geschätzten Eigenschaften hat Malus domestica erst nach zahlreichen Kreuzungen mit anderen Arten erhalten.

Kernobstarten wir Apfel, Birne oder Quitte weisen eine Besonderheit auf, um Selbstbestäubung zu vermeiden. Sie sind protogyn, d.h. die Narbe reift vor dem Staubbeutel. Die Unterscheidung von Apfel- und Birnenblüten ist einfach, da die auffälligen Staubbeutel der Birne meist rot, beim Apfel jedoch gelb sind. Die Blütezeit ist in den Monaten April und Mai. Die kultivierten Apfelbäume und ihre wildwachsenen Verwandten sind wichtige Pollen- und Nektarspender für die Bienen. Im Apfelnektar ist die Zuckerart Sacharose  vorherrschend. Der Pollen des Apfels ist je nach Sorte hell- bis dunkelgelb und weist einen Stickstoffgehalt von 4,5 bis 4,9 % auf. In Fütterungsversuchen erwies er sich als wertvoll für die Bienen. Apfelbäume leisten einen wichtigen Beitrag zur Pollenversorgung der Bienenvölker im Frühjahr.  

In vielen Gebieten mit intensivem Obstbau werden aufgrund des Mangels an Wildinsekten Bienenvölker zur Bestäubung aufgestellt. Aufgrund von Pflanzenschutzmaßnahmen ist die Gefahr der Kontamination des Honigs mit Pestizidrückständen allerdings groß.

Astralagushonig

Vorkommen des Honigs: Türkei, v.a. Ostanatolien, häufig

Der Honig

Die Farbe von Astralagushonig ist dunkel-bernsteinfarben. Der intensiv-blumige Geruch wird durch harzige Noten verstärkt. Am Gaumen deutliche Würze von Malzaromen mit langem Abgang. Durch den geringen Glucoseanteil bleibt Astralagushonig lange in flüssigem Zustand und kristallisiert erst nach etwa einem Jahr.

Die Pflanze

Astragalus auch Trabant genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler, lat. Fabaceae. Mit etwa 2.000 Arten ist sie die größte Gattung innerhalb der Gefäßpflanzen und über den größten Teil der Nordhalbkugel verbreitet. Das Zentrum der Verbreitung liegt in Eurasien.Tragant-Arten sind ausdauernde, krautige Pflanzen oder Sträucher mit verholzten Zweigen. Manche Arten sind bedornt. Das Wurzelsystem ist gut entwickelt und schützt die Böden vor Erosion. Die Blüten sind Schmetterlingsblumen und haben einen einfachen Klappmechanismus. In Mitteleuropa sind Hummeln, Schmetterlinge und andere langrüsselige Insekten die häufigsten Bestäuber der Pflanze.

Bienenwirtschaftlich von großer Bedeutung ist Astralagus in Ostanatolien, etwa in der Gegend um Ağri, wo viele Arten von Astralagus vorkommen. Imker arbeiten hier mit der Kaukasischen Honigbiene, Apis mellifera caucasica, die mit ihrem besonders langen Rüssel die Nektarien am tief-gelegenen Blütenboden besonders gut erreichen kann. Die Caucasica ist außerdem sehr gut an der kontinentale Klima Anatoliens angepasst. Astralaguspollen machen bei reinsortigen Honigen mehr als 50% des gesamten Pollenspektrums aus. Die Ernte des Spätsommerhonigs erfolgt zwischen 15. August und 10. September.

Bärlauchhonig

Vorkommen des Honigs: aus Auwäldern, sehr selten

Der Honig

Bärlauchhonig wird nur sehr selten als solcher verkauft, da er meist größere Anteile von anderen frühblühenden Nektarquellen, v. a. von Weide und Raps enthält. Der Farbton von flüssigen Honigen ist hellgelb. Sobald der Honig kristallisiert, ist er beige bis strohfarben. Seine Kristalle sind fein und schmelzen rasch auf der Zunge. Erkennbar ist diese Honigrarität am intensiven Knoblauchgeruch. Am Gaumen ist Bärlauchhonig sehr süß und zeigt florale Kräuternoten. Dem Honig wird eine heilende Wirkung auf Verdauung und Darmflora zugeschrieben.

Die Pflanze

Der Bärlauch, lat. Allium ursinum, zählt zur Familie der Liliengewächse, Liliaceae. Er ist somit verwandt mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebel. Die Pflanzenfamilie ist weltweit verbreitet, die größte Bedeutung haben Laucharten jedoch im gemäßigten Klima der nördlichen Halbkugel. Zur Familie zählen alte Kulturpflanzen sowie Wild- und Zierpflanzen. Die frischen Bärlauchblätter sind wegen ihrer frühen Verfügbarkeit im April, in der Wildkräuterküche sehr begehrt und finden vielseitige Anwendung. Der starke Knoblauchgeruch  ist auf den Gehalt an ätherischen Ölen und Disulfid zurückzuführen. Die Blütezeit des Bärlauchs ist im Mai. Honigrelevante Vorkommen gibt es in vielen Auwäldern, etwa an der Donau. Auch im Wienerwald ist Bärlauch häufig an schattigen, feuchten und humusreichen Standorten und unter Bäumen und Sträuchern zu finden. Bärlauch ist ein Nährstoffanzeiger und benötigt tiefgründige, humose, lockere und immerfeuchte Böden. Bärlauch bevorzugt die Waldgemeinschaft mit Buche und kann im zeitigen Frühjahr den gesamten Waldboden bedecken. Die breiten, stark nach Lauch riechenden Blätter ähneln jenen von  Maiglöckchen, die jedoch giftig sind. Bärlauch ist auch als Pollenproduzent für die Bienen von Bedeutung.

Bastardindigohonig

Vorkommen des Honigs: Aus Hügelzonen, selten

Der Honig

Da sich das massenhafte Vorkommen der Pflanze auf kleine Gebiete beschränkt, ist reinsortiger Honig vom Bastardindigo rar.  Der Bastardindigohonig ist in flüssigem Zustand hell-bernsteinfarben. Die feincremige Kristallisation erfolgt erst einige Monate nach der Ernte. Der Geruch ist fruchtig und von mittlerer Intensität. Am Gaumen ist der Honig delikat und leicht säuerlich mit Aromen von Zitrusfrüchten. Er ist sehr pollenreich. Sofern im Flugradius der Bienen auch Akazien anzutreffen sind, findet man im Honig von Bastardindigo auch häufig Anteile von Akaziennektar, da diese Pflanze kurz davor blüht.

Honig von Bastardindigo ist erst seit den späten 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts unter dieser

Bezeichung auf dem Markt zu finden. Sein „Entdecker“ ist ein Imker aus dem Friaul: Aufgrund schlechter Wetteraussichten im Frühsommer des Jahres 1989, entschied der Imker Luciano Zucco aus Buttrio mit seinen Bienen nicht, so wie jedes Jahr um diese Zeit, zur Akazienblüte in die Berge zu wandern. Die 12 Völker blieben in der Nähe seines Hauses. Der aufmerksame Imker bemerkte, dass seine Bienen in den darauffolgenden Tagen direkt zum etwa 500 m entfernten Fluss Torrente flogen und mit großen Nektarmengen und orangefarbenem Pollen zurückkehrten. Als er dort Nachschau hielt, fand er viele seiner Insekten auf den Blüten einer ihm unbekannten Pflanze mit lila Blüten. Zucco kontaktierte Professor Simonetti, einen Bienenexperten und Botaniker, den er von einem Imkerkurs her kannte. Dieser konnte ihm am Telefon spontan den Namen der neuen Bienentrachtpflanze nennen. Da der neue Honig hervorragend schmeckte, sandte Zucco eine Probe zur nationalen Honigverkostung "Tre Gocce d'oro". Eine im Zusammenhang mit dem Wettbewerb vorgeschriebene Pollenanalyse an der Universität von Bologna brachte eine Überraschung: die neue friulanische Honigsorte „Amorpha fructicosa“ war entstanden.

Die Pflanze

Der Bastardindigo, lat. Amorpha fruticosa zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler, Fabaceae.

Bei der Pflanze handelt es sich um einen Strauch, der eine Höhe von bis zu 3 m erreichen kann. Der Bastardindigo stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde Anfang des 18. Jahrhunderts als Zierpflanze eingeführt. In einigen Regionen der Südalpen und der Balkanländer hat er sich stark verbreitet und ist häufig entlang von Flüssen anzutreffen. Die Pflanze bevorzugt gut durchlässige, steinige Böden an sonnigen und geschützten Standorten und kommt auch an extrem trockenen und sandigen Stellen vor. Aufgrund der Trockenheitsresistenz und der starken Durchwurzelung des Bodens wurde der Bastardindigo häufig zur Sicherung von erosionsgefährdeten Böden gepflanzt. Günstige Lebensräume findet die Pflanze auch in Fluss- und Bachauen tieferer Lagen, in Kiesgruben und in Stadtgebieten. Wie viele andere Hülsenfrüchtler ist auch der Bestardindigo in der Lage mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff zu fixieren.

Der Blütezeitraum der Pflanze erstreckt sind von Ende Mai bis August. Die kleinen blau-violetten Blüten stehen in etwa 10 cm langen Trauben nach oben. Die Nektarabsonderung der Blüte ist sehr ergiebig. Die Pflanze wird neben der Honigbiene auch von anderen Bestäubungsinsekten besucht.

Baumheidehonig

Vorkommen des Honigs: Küstennahen Hügelzonen, selten

Der Honig

Der Sortenhonig von der Baumheide ist rar und hat eine ausgeprägte Typizität. Er kristallisiert rasch und feinkörnig und seine Farbe ist beige. In der Nase ist der Honig am markanten Duft nach Lakritze und Leder leicht erkennbar. Am Gaumen komplexe Aromen von Karamell, Kakao und verbranntem Holz. Die Süße ist schwach ausgeprägt und wird von einer lebhaften, frischen Säure überlagert. Der Honig verschwindet nur langsam vom Gaumen, begleitet von Bittertönen und leichter Adstringenz. Selbst wenn der Honig nicht reinsortig ist, da Miteinträge von anderen Trachtpflanzen erfolgten, ist der Charakter von Baumheide im Honig dennoch dominant.

Die Pflanze

Die Baumheide, auch Frühjahrsheide genannt, lat. Erica arborea zählt zur Familie der Heidekraut-gewächse, Ericaceae. Die Blüte an der Küste des Mittelmeeres beginnt bereits im zeitigen Frühjahr ab Ende März. Die Blätter sind nadelförmig, die weißen Blüten klein und wohlriechend. Die Baumheide kann eine Höhe von 3 – 4 m erreichen und ist Teil der mediterranen Macchienvegetation. Die Pflanze ist für die Frühjahrsentwicklung der Bienen von großer Bedeutung. Nur in Jahren, in denen die Bienen wesentlich mehr produzieren als sie selbst benötigen, kann der Honig vom Imker geerntet werden.

Baumwollhonig

Vorkommen des Honigs: Feldkulturen, selten

Der Honig

Im Balkanraum erzeugen Imker Baumwollhonig aus Plantagen in Mazedonien und Griechenland. Die Farbe des Honigs ist hellbernsteinfarben. Im Geschmack wirkt Baumwollhonig sehr süß und zeigt eine schwache Würze, die an milden Chili erinnert. Der Honig verschwindet rasch vom Gaumen und hinterläßt kaum Nachgeschmack. Baumwollhonig kristallisiert innerhalb von wenigen Wochen und ist dann sehr feinkörnig.

Die Pflanze

Die Baumwollpflanze, lat. Gossypium spp., ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Malvengewächse, lat. Malvaceae. Die sehr alte Kulturpflanze wird im subtropischen Klima kultiviert und benötigt intensive Bewässerung und hohen Pestizideinsatz. Die Baumwollblüte beginnt im Juli und dauert mehrere Monate.

Bedunicahonig

Vorkommen des Honigs: aus dem Hochgebirge Südalbaniens und Nordgriechenlands, sehr rar

Der Honig

Bedunicahonig ist hellgelb mit grünlichem Farbton und neigt zur raschen und feinen Kristallisation. Im kristallisierten Zustand ist er elfenbeinfarben. Der Geruch ist zart-floral. Am Gaumen Aromen von weißer Schokolade mit einem rauchigem Bitterton. Bedunicahonig zeigt eine erstaunliche Länge im Abgang.

Die Pflanze

Die Nektarquelle für Bedunicahonig ist eine Pflanze namens Staehelina uniflosculosa. Die zur Familie der Korbblütler, lat. Asteraceae zählende Pflanze ist auf dem Balkan endemisch und bildet ausschließlich in einigen Hochgebirgszonen des Hotovë-Dangelli Nationalparks, nordöstlich von Përmet größere Bestände. Die Blütezeit der 1813 erstmals beschriebenen Pflanze beginnt im August und die Ernte des Honigs erfolgt im Oktober.

Bohnenkrauthonig

Vorkommen des Honigs: aus karstigen Hügelzonen, selten

Der Honig

Der Honig

Reinsortige Bohnenkrauthonige sind selten zu finden. Meist sind sie Bestandteil von europäischen Berghonigen aus dem Mittelmeerraum. Bekannt sind Bohnenkrauthonige aus dem Karst sowie unter der Bezeichnung Miel de Sarriette aus der Provence.

Der Honig zeigt sich hellgelb mit grüner Farbtönung, solange er flüssig ist. Die Kristallisation erfolgt rasch, feinkörnig und in weicher Konsistenz. Kristallisierter Bohnenkrauthonig ist graugrün. Der Geruch ist intensiv und erinnert an getrocknete Kräuter. Am Gaumen mittlere Süße sowie ein intensiver und anhaltender Bitterton mit Noten von Kaffee und getrockneten Kräutern. Bohnenkrauthonige sind reich an Enzymen.

Die Pflanze

Das Bohnenkraut, lat. Satureja spp., gehört wie Thymian und Oregano zur Familie der Lippenblütler, Labiatae. Lippenblütler zählen zu den zehn größten Pflanzenfamilien weltweit. Sie umfassen etwa 3.200 Arten und haben im Mittelmeerraum ihre größte Verbreitung. Der Name der Pflanze bezieht sich auf die Verwendung als Küchengewürz, insbesondere für Bohnengerichte. Alle Lippenblütler sind ausgiebige Nektarspender für Bienen und andere Insekten. 

Die meisten der insgesamt 130 Bohnenkrautarten sind im östlichen Teil des Mittelmeeres beheimatet. Die Blüten werden sehr gerne von Hummeln und Honigbienen besucht. Der aromatische Inhaltsstoff Carvanol ist insbesondere für die beiden kultivierten Arten Einjähriges Bohnenkraut (lat. Satureja hortensis) sowie Bergbohnenkraut (lat. Satureja montana) kennzeichnend und wird aus zahlreichen großen Drüsen abgeschieden. Das Bergbohnenkraut ist in trockenen Gebirgszonen bis in etwa 1.500 m Seehöhe zu finden. Die Blüte erstreckt sich von Juli bis September. Die Pollenausbeute ist bescheiden.

Brombeerhonig

Vorkommen des Honigs: trockene Waldgebieten, selten

Der Honig

Brombeernektar ist an vielen Frühjahr- und Sommerhonigen beteiligt. Reinsortige Honige mit

Brombeere als Leitpollen sind selten und kommen vor allem in den trockenen Waldgebieten der Niederungen und Hügelzonen vor. Der Honig ist in flüssigem Zustand hellgelb, sobald er kristallisiert, weißgrau. Ist ein Miteintrag von Honigtau vorhanden, sind die Honige bernsteinfarben und wesentlich dunkler. Geruch und Geschmack sind von mittlerer Intensität und erinnern an getrocknete Früchte und Konfekt.

Die Pflanze

Die Brombeere, lat. Rubus fructicosus, zählt wie die Himbeere zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Die Gliederung von hunderten Arten von Rubus, die auf der Erde vorkommen, bereitet Botanikern große Schwierigkeiten. Die Probleme der Zuordnung werden durch die Verkreuzung  der Arten untereinander noch verstärkt.

Die Brombeere ist in Europa heimisch und ihre Kultivierung begann Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Folge sind viele Sorten mit den Hauptzuchtzielen Frostresistenz und gute Haltbarkeit entstanden. Rubusarten wie Brombeere zählen zu den begehrtesten und ausgiebigsten Futterquellen der Bienen. Durch die weite Verbreitung der Wildform ist die Brombeere im gesamten Balkanraum von großer bienenwirtschaftlicher Bedeutung. Die Blüte reicht von Mai bis Juli. Das Zuckerbild des Blütennektars weist annähernd gleich große Anteile für Fructose, Glucose und Saccharose auf. Die Blüten sind sehr pollenreich und die Absonderung erfolgt ganztätig. Der graufärbige Pollen gilt mit 4,6 % Stickstoff-anteil als stickstoffreich.

Buchweizenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Feldkulturen, selten

Der Honig

Reinsortiger Buchweizenhonig ist rar. Von größerer Bedeutung  ist er in einigen Ländern Ost- und Südosteuropas, insbesondere in der Ukraine, in Polen und in Slowenien.

Buchweizenhonig ist dunkel-bernsteinfarben. Er hat eine mittlere Tendenz zur Kristallisation und wird daher oft cremig gerührt. Der Geruch ist sehr charakteristisch und leicht zu erkennen: Äußerst kräftig und rustikal, erinnert an Leder und Stall. Am Gaumen herrscht durch Mentholaromen ein Eindruck von Frische und ein angenehmes Verhältnis von Zucker und Säure vor. Der sehr lange Abgang dieses Honigs ist geprägt von animalischen Aromen. Diese werden von manchen Konsumenten überaus geliebt, von anderen als „Schweinestallgeruch“ abgelehnt.

Die Pflanze

Der Buchweizen, lat. Fagopyrum esculentum, zählt wie Rhabarber zur Familie der Knöterich-gewächse, Polygonaceae. Mehrere Gattungen der Knöterichgewächse sind als Nektar- und Pollenlieferanten von Bedeutung – so wie beispielsweise der Wiesenknöterich und eben auch der Buchweizen. Manche liefern den Bienen auch nur Pollen wie z.B. der Ampfer. Die deutsche Bezeichnung „Buchweizen“ bezieht sich auf das Aussehen und die Verwendung der Frucht: Die dreikantige Gestalt ähnelt den Bucheckern. Die Körner verwendet man zur Herstellung von Mehl. Der Buchweizen kam im Mittelalter von Mittelasien nach Europa und ergänzte als Pseudocerealie das Getreideangebot. Der Einsatz des Kunstdüngers machte den Anbau von anspruchsvolleren Feldfrüchten auch auf schlechten Böden möglich und verdrängte so den anspruchslosen Buchweizen wieder von den Feldern. Noch heute wird Buchweizen vor allem in Slowenien angebaut, wo er seit langer Zeit auch Zutat in vielen traditionellen Speisen ist. Die auffällig weiß- bzw. rosablühenden Felder haben, sofern auf eine Honigernte verzichtet wird, auch große Bedeutung für die Selbstauffütterung der Bienen für die Ruhezeit im Winter und waren daher immer schon beliebtes Ziel von Wanderimkern. Außerdem erfreut sich Buchweizen als Gründüngungspflanze nach Getreide zunehmender Verbreitung. Buchweizen ist anspruchslos und gedeiht auch auf nährstoffarmen Böden. Die Pflanze ist einjährig und hat eine spindelförmige Wurzel.  Die Blüten öffnen sich frühmorgens und schließen sich gegen drei Uhr nachmittags. Jede Blüte öffnet sich jeweils nur einen Tag, die Nektarabsonderung dauert ein bis vier Stunden. Da jedoch bis zu 1.800 Blüten auf einer Pflanze sind, ist Buchweizen dennoch eine gute Nektarquelle. Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Kultursorten. Buchweizen ist auch ein bedeutender Pollenspender für die Bienen.

Christusdornhonig

Vorkommen des Honigs: Aus karstigen Hügelzonen, häufig

Der Honig

Christusdornhonig ist rötlich-bernsteinfarben. Er zeigt eine rasche Tendenz zur grobkörnigen Kristallisation. Der Geruch ist floral und von mittlerer Intensität mit Noten von Wildkarotte und Koriander, am Gaumen Aromen von Tonkabohne und Weidenrinde.

Die Pflanze

Der Christusdorn, lat. Paliurus spina-christi, zählt wie der Faulbaum zur Familie der Kreuzdorn-gewächse, Rhamnaceae. Der bis zu 6 Meter hohe Strauch ist typisch für die mediterrane Spontankultur und in den trockenen Regionen Südosteuropas weit verbreitet. Die eiförmigen Blätter färben sich im Sommer gelblich. Die Nebenblätter sind in spitze Dornen umgewandelt. Die kleinen gelben Blüten zeigen die typischen Merkmale der Kreuzdorngwächse und dienen zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle. Die Blütezeit ist von Juni bis August und die braunen holzigen Früchte reifen von Oktober bis Dezember.

Die Pflanze bevorzugt lehmige Standorte und wächst nur auf freien oder leicht beschatteten Stellen. Sie ist gut hitze- und frostverträglich und kann nach oberirdischer Beschädigung aus dem Wurzelstock wieder austreiben. In Nordamerika wird der Christusdorn häufig als Heckenpflanze genutzt.

Edelkastanienhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Hügel- und Bergregionen, häufig

Der Honig

Gleich wie bei Lindenhonig, sind die Quellen des Edelkastanienhonigs sowohl der Blütennektar als auch der Honigtau der Pflanze. Edelkastanienhonig hat einen karneolroten Farbton. Aufgrund des hohen Gehalts an Fructose bleibt er lange flüssig, mit Tendenz zu langsamer und grobkörniger Kristallisation. Je dunkler der Honig ist, desto höher ist sein Anteil an Honigtau. Der Geruch ist sehr intensiv und anhaltend und kaum mit anderen Sorten zu verwechseln. Er erinnert an verbranntes, nasses Holz, an nassen Tabak und Gerbstoff. Am Gaumen zeigt Edelkastanienhonig seine ganze Komplexität: Bittertöne, feuchtes Eichenholz, Leder. Der Honig ist verhalten süß, Säurenoten sind kaum wahrnehmbar. Im Finale ein sehr langer Abgang mit bleibendem Eindruck von Tannin. Der ausgeprägte Bitterton dieses Honigs, der noch stärker zur Geltung kommt, wenn man ihn leicht erwärmt, eignet sich hervorragend als Kontrast zu Frischkäse.

Die Pflanze

Die Edelkastanie, lat. Castanea sativa, gehört zur Familie der Buchengewächse, Fagaceae. Blühende Edelkastanienbäume verströmen einen streng bitteren Duft, der sich auch im Honig wiederfindet. Sie sind durch die auffälligen, bis zu 20 cm langen, leuchtenden Blütenstände schon von weitem erkennbar. Kastanien sind wärmeliebend und benötigen tiefgründige Böden. Sie überstehen Trockenperioden sehr gut, da sie sehr tiefreichende Wurzeln haben. Edelkastanien wachsen bevorzugt an sandigen Standorten und vertragen strenge Winterfröste schlecht. Abgestorbene Bäume treiben häufig erneut aus. Leider sind die heimischen Bestände schon seit Jahren durch Pilze bedroht, die in die Rinde eindringen und eine krebsartige Wucherung verursachen. Edelkastanien können bis zu 30 Meter hoch werden und ein Alter von mehreren hundert Jahren erreichen. Die Blühfähigkeit setzt etwa ab dem 20. Jahr ein. Die Blätter sind länglich und scharf gezahnt. Die stärkereichen Früchte werden von einer stacheligen Hülle umschlossen, die im Herbst aufspringt und die Maroni freigibt. Die Nektarabsonderung ist reichlich und wirkt sehr anziehend auf Honigbienen und andere Insekten.

Die Edelkastanie ist eine begehrte Kulturpflanze, von der es zahlreiche Sorten gibt. Größere Naturbestände kommen vor allem in den Ländern Süd- und Südosteuropas vor. Bedeutend ist die Edelkastanie auch als Pollenlieferant. Sie zählt in Südeuropa zu den wichtigsten Pollenquellen der Bienen. Die Farbe der Kastanienpollen ist gelbgrün und der Stickstoffanteil mit 4,27 % sehr hoch.

Die Esskastanie war bis ins 19. Jahrhundert in vielen Tälern der Südalpen ein wichtiges Nahrungs-mittel für die Landbevölkerung, da sie viel Stärke enthält. Erst nach der Intensivierung der Land-wirtschaft wurde sie von der Kartoffel abgelöst.

Eichenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus mediterranen Küstenwäldern, häufig

Der Honig

Die Farbe des Eichenhonigs ist dunkelbraun, bei Reinsortigkeit fast schwarz. Er zeigt eine geringe Tendenz zur Kristallisation. Würzige Geruchsaromen nach Gerstenmalz machen den Honig leicht erkennbar. Am Gaumen ist Eichenhonig sehr komplex mit lange anhaltenden Bitterton und Aromen von Trockenfrüchten und Lakritze.

Die Pflanze

Die Eiche, lat. Quercus spp., zählt zur Familie der Buchengewächse, Fagaceae. Eichen kommen in der gesamten gemäßigten Zone der nördlichen Hemisphäre vor. Insgesamt kennt man an die 500 Arten. Von den europäischen Arten sind einige im Mittelmeerraum beheimatet und bilden größere Bestände. An einigen Arten von Eichen können Läuse Honigtau produzieren. Besonders verbreitet ist diese Trachtquelle für Bienen an der mediterranen Steineiche, lat. Quercus ilex und an den bienenwirtschaftlich wichtigsten Eichenarten des Balkans Quercus hartwissiana und Quercus frainetto im Nationalpark Strandja am Schwarzen Meer. Die Honigtauproduktion ist am Ende des Frühlings, wenn viele Frühlingsblüten bereits rar geworden sind. In Mittel- und Osteuropa sind vor allem zwei Eichenarten verbreitet: Die Stieleiche, lat. Quercus robur, sowie die Traubeneiche, lat. Quercus petraea. Beide Arten haben für die Honigtauproduktion jedoch keine Bedeutung.

Eichen sind Windbestäuber und besitzen keine Nektarien. Sie liefern den Bienen im Frühjahr Pollen und im Sommer Honigtau. Eichenpollen ist gelbgrün und wird von den Bienen vor allem vormittags gesammelt. Aufgrund von zahlreichen Pollenfunden kann man davon ausgehen, dass die Eiche in früheren Zeiten eine wesentlich größere Verbreitung hatte als heute. Noch im Mittelalter wurden die großflächigen Eichenwälder und insbesondere ihre nahrhaften Früchte als Weide für Schweine genützt. Die Eiche hatte aufgrund ihres mächtigen Wuchses und des hohen Alters, das sie erreichen kann, immer schon eine besondere symbolische Bedeutung für den Menschen. Es waren heilige Bäume. Viele Wallfahrtsorte und Namen haben Bezug zu diesem Laubbaum. Das Holz der Eiche ist besonders schwer und dauerhaft. Es war deshalb als Baumaterial für Brücken, Gebäude und Schiffe sehr begehrt.

Efeuhonig

Vorkommen des Honigs: feuchte Waldstandorte, sehr selten

Der Honig

Aufgrund der späten Blüte der Pflanze im September und Oktober sind reinsortige Honige rar. Ein gewisser Anteil an Efeu findet sich häufig in nordeuropäischen Heidehonigen sowie in Honigen aus größeren Städten. Der Honig kristallisiert aufgrund des hohen Glucosegehaltes sehr rasch und muss daher unmittelbar nach Blühende geerntet werden. Die Honigfarbe ist grau mit grünlichem Schimmer. Im floralen Geruch ist ein deutlicher Zimtton wahrnehmbar. Am Gaumen ist Efeuhonig süß-säuerlich mit Gerbstoff- und Kaffeearomen und weist einen langen Abgang auf. Die Konsistenz ist feincremig. Reinsortige Efeuhonige sind als Überwinterungsfutter für Bienen wegen des hohen Glucose- und geringen Wassergehaltes schlecht geeignet und können Bienenschäden verursachen.

Die Pflanze

Der Gemeine Efeu, lat. Hedera helix, ist eine Pflanze aus der Familie der Araliengewächse,  Araliaceae. Die 60 Gattungen der Familie mit ihren 700 Arten sind hauptsächlich in den Tropen verbreitet. In Mitteleuropa ist nur Hedera helix von Bedeutung. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Flachland bis in die subalpine Vegetationsstufe von etwa 1.800 m Seehöhe. Der Efeu gedeiht auf allen Bodenarten, liebt jedoch kalkreiche, humose und feuchte Standorte. Sehr häufig kann Efeu in Auwäldern, Steinbrüchen und Ruinen angetroffen werden. Da Efeu sehr einfach über Stecklinge vermehrt werden kann, gibt es auch zahlreiche kultivierte Spielarten, die sich in Form und Farbe des Blattes unterscheiden.

Efeu ist ein kletternder Strauch mit Haftwurzeln, der unter günstigen Bedingungen bis zu 20 m hoch

und mehr als 400 Jahre alt werden kann. Das Laub ist immergrün. Die kleinen Blüten stehen in traubenförmig angeordneten Dolden und haben 5-10 gelbgrüne Kronblätter. Die kugelförmige, grünlich-schwarze Frucht reift erst im folgenden Jahr. Die Efeublüte sondert reichlich Nektar ab und ist als späte Nahrungsquelle in den Monaten September und Oktober für viele Insektenarten von großer Bedeutung. Als Besucher findet man u.a. Honig- und Wildbienen, Wespen, Schwebfliegen und Schmetterlinge.

Efeublüten sondern auch Pollen ab, der von den Bienen in kleinen graugelben Höschen gesammelt wird und mit 4,5 % Stickstoffgehalt zu den stickstoffreichen Pollenarten zählt. In manchen Gebieten kann Efeupollen einen bedeutenden Anteil an der gesamten Pollenmenge ausmachen.

Sämtliche Pflanzenteile des Efeus sind für den Menschen giftig. Die Pflanze hatte bereits im Altertum hohe symbolische Bedeutung. Sowohl der altägyptische Osiris als auch der griechische Weingott Dionysos wurden häufig mit Efeulaub bekränzt dargestellt. In frühen christlichen Bildern galt der immergüne Efeu als Symbol des ewigen Lebens und der Treue.

Erdbeerbaumhonig

Vorkommen des Honigs: küstennahe Hügelzonen, sehr selten

Der Honig

Aufgrund des späten Blühzeitpunktes der Pflanze sind reinsortige Erdbeerbaumhonige rar. Meist bleibt der Honig als Wintervorrat im Bienenstock. Die Farbe des Erdbeerbaumhonigs ist hell-bernsteinfarben, solange der Honig flüssig ist. Nach erfolgter Kristallisation, die fein und homogen ausfällt, erscheint der Honig beige-haselnussfarben. Der sehr charakteristische, phenolische Geruch nach Kaffeesud macht den Honig leicht erkennbar. Am Gaumen verstärkt sich der Geruchseindruck. Ein markanter, lang anhaltender Bitterton sowie eine frische Säure verdecken die Süße des Honigs. Erdbeerbaumhonig ist leicht adstringierend und sehr lange im Abgang. Aufgrund des späten Erntezeitpunktes ist die Gefahr eines erhöhten Wassergehaltes und einer damit verbundenen Angärung im Honig gegeben.

Die Pflanze

Der Erdbeerbaum, lat. Arbutus unedo, zählt zur Familie der Heidekrautgewächse, Ericaceae. Er ist, gemeinsam mit Steineiche, Myrte und Baumheide, ein typisches Gewächs der immergrünen Macchien des Mittelmeerraumes. Die Sträucher oder Bäume erreichen eine Höhe von 3 bis 5 Metern und finden sich in küstennahen Gebieten bis in einer Seehöhe von etwa 1.000 Metern. Die Pflanze verträgt längere Trockenperioden sehr gut und wird häufig zur Wiederaufpflanzung nach Wald-bränden verwendet. Erdbeerbaum liebt leicht saure Böden und ist kalkunverträglich. Der immer-grüne Erdbeerbaum ist dichtverzweigt. Die Farbe der Blüten ist weiß und an der Sonnenseite zartrosa. Die Blütezeit fällt in die Monate Oktober bis November. An den Zweigen finden sich gleichzeitig Blüten und die etwa 2  bis 3 cm großen roten Früchte, die an Erdbeeren erinnern.

Die süßen Früchte, die viel Vitamin C enthalten, sind genießbar, können allerdings Allergien auslösen. Bestäubt wird der Erdbeerbaum ausschließlich von Insekten, in erster Linie von Honigbienen.

Esparsettenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Feldkultur, selten

Der Honig

Esparsettenhonig ist meist Teil von Blütenhonigen, reinsortig ist er in Europa selten zu finden. Wie Honig von anderen Leguminosenarten ist auch der von der Esparsette sehr hell. Die Kristallisation erfolgt rasch und feinkörnig. Kristallisierte Honige sind fast weiß. Der Geruch des Honigs ist von schwacher Intensität, am Gaumen ist er süß mit Fruchtaromen. Die Kristallisation erfolgt rasch und feinkörnig. Esparsettenhonig ist sehr pollenreich.

Die Pflanze

Die Esparsette, lat. Onobrychis viciifolia, zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler, Fabaceae.

Sie ist eine langlebige und anspruchslose Futterpflanze. Aufgrund der geringen Ernteerträge ist ihr Anbau allerdings rückläufig. Sie ist gut geeignet für trockene und kalkreiche Böden mit undurch-lässigem Untergrund, weil hier ihre mächtige Pfahlwurzel gut eindringen kann. Insgesamt gibt es etwa 100 Arten von Onobrychis, die vor allem im östlichen Mittelmeergebiet beheimatet sind. Oft findet man die Pflanze auch in verwildeter Form in den Wiesen der Südalpen. Die Blüte der Esparsette hat eine Besonderheit, durch die die Insektenbestäubung sichergestellt wird. Beim Landen der Honigbiene klappen die beiden tieferliegenden Kronblätter nach unten und der Fruchtknoten berührt den Bauch des Insekts, wobei Pollen auf die Narbe gelangt. Die Blühperiode der Pflanze erstreckt sich von Mai bis August.

Eukalyptushonig

Vorkommen des Honigs: In Küstennähe, sehr selten

Der Honig

Eucalyptushonig hat einen ausgeprägten Charakter und zählt zu den aromatischen Honigsorten. Als flüssiger Honig ist er hell-bernsteinfarben, nach erfolgter Kristallisation zu einer feinkörnigen, festen Masse, beige-grau. Der Geruch ist sehr intensiv und erinnert an trockene Pilze, Rauch und nasse Wolle. Am Gaumen lebhafte Aromen von Menthol, Trockenpilzen, Karamell und Lakritze. Der Honig wirkt sehr süß, mit kaum wahrnehmbarer Säure und einem raschen Abgang vom Gaumen. Eukalyptushonig hat in der Regel einen niedrigen Wassergehalt und einen hohen Anteil an Glucose.

Reinsortige Eukalyptushonige sind im Alpenraum sehr rar und ausschließlich in küstennahen Zonen Liguriens und der Provence zu finden.

Die Pflanze

Der Rote Eukalyptus, lat. Eucalyptus camaldulensis, zählt zur Familie der Myrthengewächse, Myrtaceae. Die mehr als 600 Arten von Eucalyptus sind in Australien und Indonesien heimisch. Der lateinische Name geht auf den Grafen von Camaldilo zurück, der im Jahre 1832 die Pflanze erstmals

in Italien pflanzte. Der Baum kann eine Höhe von bis zu 50 Metern erreichen und bis zu 700 Jahre alt werden. Der Wuchs des Stammes ist aufrecht. Die länglichen, immergrünen Blätter riechen intensiv nach Menthol und sind etwa 20 cm lang. Aus ihnen wird das Eukalyptusöl gewonnen, dessen hustenlindernde Wirkung  bekannt ist. Die Pflanze ist an längere Trockenperioden und salzige Standorte sehr gut angepasst. Die gelblich-weiße Blüte, die ebenfalls sehr stark duftet, erscheint in den Monaten Juli und August. Da die Pflanze sehr rasch wächst, wird sie häufig zur Bepflanzung von Sanddünen und als Windschutzgürtel verwendet und ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Das Eukalyptusholz ist als Baumaterial für Möbel sehr begehrt.

Faulbaumhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Moorgebieten und Auwäldern, sehr selten

Der Honig

Faulbaumnektar ist wichtiger Bestandteil von Moor- bzw. Auhonigen. Reinsortig ist er sehr selten zu finden. Er ist dunkel-bernsteinfarben mit leichtem Rotstich. Die Kristallisation erfolgt langsam und die Kristalle sind weich. In der Nase florale Noten von schwacher Intensität. Am Gaumen Aromen von getrockneten Bananen und Weichselmarmelade. Faulbaumhonig hat ein komplexes Geschmacksbild ohne Säure und Bitterton und verschwindet rasch vom Gaumen.

Die Pflanze

Der Faulbaum, lat. Frangula alnus, gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse, Rhamnaceae. Die Familie umfasst 50 Gattungen mit 500 Arten von sommer- und immergrünen Bäumen und Sträuchern mit weltweiter Verbreitung. Der Faulbaum wächst als Strauch oder als Baum. Er kann eine Höhe von bis zu 5 Metern erreichen. Einfach erkennbar ist die Pflanze an den Früchten: grüne Beeren, die sich im Laufe des Sommers rot und zuletzt schwarzviolett verfärben. Die Vermehrung erfolgt hauptsächlich durch Stockausschläge über die Wurzel. Der Faulbaum verträgt Frost und starke Beschattung. Bei der natürlich fortschreitenden Verlandung eines Sees bildet der Faulbaum zusammen mit Weiden eine typische Vegetationsstufe, in der sich später Erlen ansiedeln können. Der Faulbaum kommt in Auwäldern, an Flussläufen und in quellenreichen Gebieten bis in 1.400 m Seehöhe vor. Er ist in ganz Europa auch als Charakterbaum von Sumpfgebieten typisch. Der Blütezeitraum ist Mai bis Juni. Das Nektar absondernde Drüsengewebe kleidet die ganze Innenseite des Blütenbechers aus und kann von kurzrüsseligen Insekten wie Bienen daher besonders gut erreicht werden. Die Pollenproduktion des Faulbaums ist für Bienen von untergeordneter Bedeutung. Beeren, Blätter und die frische Rinde des Baumes sind für den Menschen giftig.

Feldthymianhonig

Vorkommen des Honigs: Aus trockenen Hügel- und Bergregionen, sehr selten

Der Honig

Trotz der weiten Verbreitung des Feldthymians, sind reinsortige Honige selten und auf wenige Zonen mit massenhaftem Vorkommen beschränkt. Feldthymianhonig ist rötlich-bernsteinfarben. Die Kristallisation in groben Körnern erfolgt nur unvollständig. Der intensive animalische Geruch des Honigs nach Schafstall ist charakteristisch. Am Gaumen ausgeprägte Mentholaromen, sehr süß und wenig Säure.

Die Pflanze

Der Feldthymian, lat. Thymus serpyllum, zählt zur Familie der Lippenblütler, Labiatae. Die Pflanze aus der Gattung der Thymiane, die häufig auch als Quendel bezeichnet wird, ist in ganz Europa verbreitet und bedeckt als duftender, roter Teppich mitunter weite Landstriche in trockenen Berg- und Hügelregionen. Der Feldthymian ist kalkmeidend und kommt gerne in Pflanzengemeinschaft mit Kiefern vor. Insbesondere auf Granitböden findet sich Thymus serpyllum auf bis über 2.000 m Seehöhe. Die Blütezeit erstreckt sich über die Monate April bis August. Die Pflanze ist ein Zwergstrauch von 10 – 30 cm Höhe, der aus einem verholzten Wurzelstock die niederliegenden Stengel mit den kleinen Blättern ausbreitet. Er besiedelt sonnige Hügel, Mauern und Felsen. Der intenisve Blütenduft ist auf den hohen Gehalt an ätherischen Ölen wie Cymol und Thymol zurückzuführen.

Fenchelblütenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Feldkulturen, sehr selten

Der Honig

Fenchelhonige sind sehr rar und nur aus Feldkulturen zu finden. Der Farbton ist dunkel-bernstein. Der Honig kristallisiert rasch und zeigt in der Nase zarte Gewürzaromen, die an Kaffee erinnern. Am Gaumen herrscht ein komplexer Geschmack mit mittlerer Intensität nach gekochtem Fenchel und Kaffee vor. Das Aroma bleibt lange am Gaumen mit einem leichten Nachgeschmack nach ranzigen Nüssen.

Die Pflanze

Der Fenchel, lat. Foeniculum vulgare, zählt zur Familie der Doldenblütler, lat. Umbeliiferae. Wilder Fenchel kommt im gesamten Mittelmeerraum und in Vorderasien vor. Als Kulturpflanze im Garten ist er verbreitet zu finden, gedeiht jedoch nur in wärmeren Lagen. Fenchel ist eine mehrjährige Pflanze. Der Blühzeitraum der Pflanze ist Juni-Juli. Die Samen mit ihren ätherischen Ölen werden zur Produktion von alkoholischen Getränken verwendet.

Fichtenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Bergzonen mit kontinentalem Klima, selten

Der Honig

Fichtenhonig zeigt sich in dunkler Bernsteinfarbe mit mattem Schimmer von Rot und Braun. Der Geruch nach schwarzem Pfeffer, Wacholder und Weihrauch ist intensiv. Mittlere Süße und Malz-

aromen von gerösteter Gerste kennzeichnen den Geschmack. Säure und Bittertöne sind nicht wahrnehmbar. Fichtenhonig bleibt sehr lange am Gaumen.

Der Rohstoff von Fichtenhonig ist Honigtau, ein Sekret von pflanzensaugenden Insekten, das von den Bienen gesammelt und mit Enzymen versetzt wird. Honige von Fichte und Tanne werden oft vereinfacht als „Waldhonige“ bezeichnet und stellen schon aufgrund ihres botanischen Ursprungs eine Besonderheit dar. Sie zählen zu den geschmacklich komplexesten Kreationen der Honigbiene und entwickeln durch mehrjährige Lagerung auch interessante Reifearomen. Meist bleiben Fichtenhonige lange im flüssigem Zustand. Bei einem hohen Gehalt an Melizitose, kann es allerdings auch zu einer sehr raschen Kristallisation, oft noch vor der Ernte kommen. Analytisch unterscheiden sich Waldhonige von Blütenhonigen durch die Anwesenheit von Rußtaupilzen und Algenzellen bei gleichzeitig geringem Pollengehalt. Ein weiteres Kennzeichen ist eine hohe elektrische Leitfähigkeit, bedingt durch einen hohen Gehalt an Mineralstoffen, insbesondere Kalium. Waldhonige haben weiters einen hohen Gehalt an phenolischen Komponenten und eine hohe oxydationshemmende Aktivität. Sie hemmen somit die Freisetzung von freien Radikalen. Diese Eigenschaft wird auch an Manuka-Honigen sehr geschätzt. Neben Honigtau von Fichte und Tanne sind an Waldhonigen häufig auch Nektarquellen von Blütenpflanzen wie Himbeere, Heidelbeere oder Bergahorn beteiligt.

Die Pflanze

Die Fichte, lat. Picea abies, zählt zur Familie der Kieferngewächse, Pinaceae. Der Nadelbaum ist Hauptbestandteil der mitteleuropäischen Wälder und sein Vorkommen reicht bis nach Südosteuropa. Die Fichte hat ein flaches, tellerförmiges Wurzelsystem. Fichten sind Gymnosperme (Nacktsamer), die Samenanlagen liegen also frei auf den Fruchtblättern. Es fehlen Blütenblätter, Fruchtknoten und Narbe. Die Nadelhölzer sind zum größten Teil einhäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich auf denselben Individuen. Die männlichen Blüten bilden Zäpfchen, die eine große Zahl an Staubblättern mit Pollensäcken tragen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Der Pollen von Fichte wird von je zwei Luftsäcken getragen, die das Schweben in der Luft und die Verbreitung erleichtern. Die Pollenproduktion beträgt bei der Fichte bis zu 600.000 pro Blüte. Zur Zeit der Waldblüte schweben gelbliche Pollenwolken über den Wipfeln, nach Regenschauern findet sich der Waldpollen auf dem Boden. Pollen von Nadel-hölzern werden trotz der riesigen Produktionsmenge von Bienen selten gesammelt. Bei Fütterungs-versuchen zeigte sich, dass er die Lebensdauer der Bienen verkürzt. Gute Standorte für die Produktion von Fichtenhonig finden sich vor allem auf Seehöhen um 700 bis 1.000 m. In höheren Lagen und in Trockengebieten erzeugen die Nadelgehölze nur selten Honigtau und meist nicht sehr ergiebig. In Mitteleuropa ist die Fichte der forstwirtschaftlich am intensivsten genutzte Baum. Die Gründe dafür sind der gerade Wuchs, das rasche Holzwachstum, die geringen Ansprüche an den Standort sowie die vielseitige Verwendbarkeit des Holzes. Fichtenholz findet Verwendung in der Papier- und Zellstoffindustrie und als Bau- und Möbelholz. Besonders wertvolle Hölzer von langsam gewachsenen Bäumen aus dem Hochgebirge werden auch für den Bau von Tasten-, Zupf- und Streichinstrumenten verwendet. Von großer Bedeutung sind die Nadelhölzer auch in Bannwäldern, die Siedlungen in hochalpinen Gebieten vor Lawinen und Steinschlag schützen.

Goldregenhonig

Vorkommen des Honigs: Herzegowina, selten

Der Honig

Der Farbton des Honigs vom Dalmatinischen Goldregen ist dunkel-rötlich. Er trübt rasch ein, kristallisiert jedoch langsam. Einer floralen Nase folgt ein intensiver und etwas derber Geschmack am Gaumen. Goldregenhonige sind vor allem in der Herzegowina sehr gefragt.

Die Pflanze

Der Dalmatinische Goldregen, lat. Petteria ramentaceae aus der Familie der Hülsenfrüchtler, lat. Fabaceae ist eine endemische Karstpflanze, die im submediterranen Teil Dalmatiens, vor allem südlich des Flusses Cetina und im Gebiet von Neretva weit verbreitet ist. Der aufrecht wachsende Strauch liebt sonnige Standorte und durchlässige Böden und erreicht eine Höhe von etwa zwei Metern. Die gelben Blüten sind zu Trauben vereinigt, die bis zu 8 cm lang sind. Die Samen der Pflanzen enthalten das Alkaloid Cytisin und sind giftig. Das Wurzelsystem ist stark verzweigt, bindet den Boden und schützt so vor Erosion. Der Blühbeginn der Pflanze ist Ende April und wird von einem intensiven Duft begleitet. Der Blühzeitraum kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Die von Einheimischen auch Zanovet oder Tilovina genannte Pflanze hat eine große bienenwirtschaftliche Bedeutung als Pollenspender im Frühjahr.

Goldrutenhonig

Vorkommen des Honigs: Entlang von Flüssen und aus Auwäldern, selten

Der Honig

Goldrutenhonig ist rar, kann aber vor allem in Auwäldern entlang von größeren Flüssen reinsortig gewonnen werden. Da der Blühzeitraum der Pflanze sehr spät ist, überschneidet sich die Ernte mit der Vorbereitungszeit der Bienen auf die Winterruhe. Der Honig bleibt aufgrund eines höheren Fructoseanteils lange flüssig. Der Farbton ist dunkelgelb mit bräunlichem Einschlag. Goldrutenhonige sind sehr aromatisch und stark parfümiert.

Die Pflanze

Die Goldrute, lat. Solidago spp., zählt wie die Sonnenblume zur Familie der Korbblütler, Asteraceae. Die Gattung Solidago ist hauptsächlich in Nordamerika verbreitet. Von weltweit etwa 80 Arten ist in Europa nur die Gewöhnliche Goldrute, lat. Solidago virgaurea, heimisch. Zwei amerikanische Arten, die in Europa als Zier- und Gartenpflanzen eingeführt wurden, haben sich gut in die heimische Flora eingefügt und sind verwildert. Dies sind die Kanadische Goldrute, lat. Solidago canadensis und die Riesengoldrute, lat. Solidago gigantea. Die Goldrute gedeiht auf jeder Art von Boden, besonders gut auf feuchtem, kräftigem Auboden und kann auch Schattenlagen gut vertragen. Sie breitet sich entlang von Gewässern aus. Die Vermehrung der ausdauernden, krautigen Pflanze erfolgt in erster Linie durch Wurzelausläufer, da die Samen selten keimfähig sind. Der Neophyt erreicht eine Höhe von bis zu zwei Metern. Die Goldrute gilt aus Pionierpflanze. Sie schafft es, Böden, die etwa durch industriellen Maisanbau jahrelang ausgelaugt wurden, neu zu besiedeln.

Für die Imkerei ist das massenhafte Auftreten der Goldrute ein Segen. In einer Jahreszeit, in der kaum noch Blüten vorkommen, also etwa ab Mitte Juli, bietet diese Pflanze den Bienen reichlichen Pollen und Nektar. Aber auch Wildbienen, Schwebfliegen, Tagfalter und Käfer befliegen die Blüten intensiv. Die Goldrute findet in Form von Tee auch Anwendung als Heilmittel. Die Wirkung wird als harntreibend, entzündungshemmend, krampflösend und antioxydativ beschrieben. Außerdem hat die Pflanze eine pilzhemmende Wirkung und lindert Nierenleiden.

Götterbaumhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Hügelzonen, selten

Der Honig

In China, der Heimat des Götterbaumes, gilt der aromatische Honig als Spezialität. Reinsortig ist Götterbaumhonig vor allem in den Südalpen anzutreffen. In Städten ist er, meist gemeinsam mit Akazie, Linde und Rosskastanie, Bestandteil vieler Stadthonige. In flüssigem Zustand ist Honig vom Götterbaum bernsternfarben mit leichtem Grünschimmer. Er kandiert nach einigen Monaten mit feinen Kristallen und zeigt im kristallisierten Zustand einen helleren Grauton. Der Geruch nach Früchten und frischen Pilzen ist von mittlerer Intensität. Der markante Geschmack erinnert an Muskattraube und Holunderblüte.

Die Pflanze

Der Götterbaum, lat. Ailanthus altissima, zählt botanisch zur Familie der Bitterholzgewächse, Simaroubaceae.  Die Gattung Ailanthus war vor den Eiszeiten bereits in Europa vertreten und ist mit dem Götterbaum - auf abenteuerliche Weise -  zurückgekehrt. Der französische Jesuitenpater Pierre Nicolas d'Incarneville, der zwischen 1740 und 1756 in Peking lebte, ließ die Samen des exotischen Baumes auf der Karawanenroute über St. Petersburg nach Europa schmuggeln. In London glaubte man sich den Lackbaum, lat. Rhus verniciflua, verschafft zu haben, aber der Götterbaum taugte nicht zur Gewinnung des begehrten Lacks, mit dem die Chinesen ihre Möbel zum Glänzen brachten. Später entdeckte man, dass Ailanthus als Futter für Seidenraupen verwendet werden konnte. Im Jahre 1856 importierten Wiener Textilunternehmer zur Produktion der begehrten Seide den Seidenspinner aus Asien und legten zur Futterversorgung der Raupen zwischen Kärntnertor und Wienbrücke   Götterbaumplantagen an. Der Götterbaum verbreitete sich daraufhin im gesamten Stadtbereich. Da die erzeugte Seide minderwertig und grob war, wurde die Produktion bald darauf eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich der Götterbaum als invasiver Neophyt auf den Trümmerhaufen der Städte stark auszubreiten und entwickelte sich zum typischen Stadtbaum. Mittlerweile ist der wärmeliebende Baum, der sich auch entlang von Bahngleisen und Autobahnen stark vermehrt, vielerorts anzutreffen. Der Götterbaum gilt als Pionierbaum, seine Verbreitung erfolgt durch Samen und Wurzelausläufer. Die Wurzeln scheiden Pflanzengifte aus, die die Keimung  anderer Pflanzen-samen hemmen. Die Pollen des Götterbaumes stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. Er wird gelegentlich als Forstbaum und häufig auch in Windschutzstreifen gepflanzt. Zurzeit laufen weitere Versuche zur forstwirtschaftlichen Nutzung des Holzes des Götterbaums, da er aufgrund seines geringen Wasserbedarfes und seiner hohen Anpassungsfähigkeit für trockene Waldstandorte sehr gut geeignet ist.

Heidekrauthonig

Vorkommen des Honigs: Auf nährstoffarmen Böden, selten

Der Honig

Eine besondere Auffälligkeit  des rotbraunen Heidekrauthonigs ist die gelatineartige Konsistenz, die auf einen besonders hohen Gehalt an Eiweißstoffen zurückzuführen ist. Auch finden sich stets große, runde Kristalle im Honig. Im Geruch komplexe Aromen von Leder, Balsam und Terpentin. Am Gaumen sind Honige von Heidekraut sehr süß, leicht bitter und haben einen langen Abgang. Die Geschmacks-aromen erinnern an frisches Leder und Terpentin. Durch den späten Blühzeitpunkt der Pflanze kann der Honig häufig reinsortig gewonnen werden. Allerdings benötigt Heidekrauthonig, aufgrund seiner gelatineartigen Konsistenz, eine spezielle Erntetechnik. Gewöhnliche Honigschleudern sind meist nicht ausreichend. Eine analytische Auffälligkeit ist der hohe Wassergehalt dieses Honigs mit der daraus folgenden Gefahr von Gärung. Heidekrauthonig sollte daher immer kühl gelagert werden.

Die Pflanze

Heidekraut, auch Besenheide genannt, lat. Calluna vulgaris, zählt zur Familie der Heidekrautgwächse, Ericaceae. Der Zwergstrauch, der eine Höhe von 20 bis 100 cm erreichen kann, ist der Grauheide ziemlich ähnlich, allerdings ist die Blüte heller und der Blühzeitraum später. Calluna vulgaris ist in Europa weit verbreitet und eine wichtige Nahrungsquelle für die Bienen. In trockenen Zone mit undurchlässigen Lehmböden, die Ackerbau nicht ermöglichen, konnte sich das Heidekraut stark ausbreiten. Die Besenheide ist in Moor- und Torfgebieten heimisch, aber ebenso auf Trockenböden in den Bergen und auf Sanddünen, da sie sich auf nährstoffarmen Böden mit geringem Kalkgehalt auch ausbreiten kann. In atlantischen Gebieten mit ozeanischem Klima kann sie große Flächen bedecken. Die Pflanze ist unempfindlich gegenüber extremen Temperaturen und Nässe und durch ihren dicht zusammenschließenden Wuchs kann sie andere Pflanzen zurückdrängen. Auch eine reichliche Samenerzeugung fördert ihre rasche Ausbreitung. In Gebirgslagen kann Heidekraut ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen. 

Himbeerhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Bergregionen mit kontinentalem Klima, selten

Der Honig

Himbeerblütenhonig ist meist Teil von Waldhonigen, reinsortig ist er nur selten zu finden. Bei ausbleibender Fichtentracht kann der Anteil von Himbeere durchaus bedeutend sein. Himbeerblütenhonig ist in flüssigem Zustand hellgelb, sobald er kristallisiert, fast weiß. Er ist mild im Geruch mit Aromen von reifen Früchten. Am Gaumen  zeigt Himbeerhonig mittlere Säure sowie einen kurzen Abgang.

Die Pflanze

Die Himbeere, lat. Rubus idaeus, zählt zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Himbeeren sind Halbsträucher, d.h. die Schösslinge tragen im zweiten Jahr Blüten und Früchte und sterben dann ab. Der Wuchs ist aufrecht und an den Triebspitzen überhängend. Die Vermehrung erfolgt durch Wurzelausläufer. Die Blüten werden bereits im Frühsommer und Herbst des Vorjahres gebildet und benötigen eine Kältephase für ihre entgültige Entwicklung. Die Himbeere bildet rote Sammelfrüchte, die sich leicht vom Blütenboden lösen. Der Blühzeitraum umfasst die Monate Mai bis Juni.

Von den insgesamt 159 Himbeerarten, die in Südasien bekannt sind, sind nur einige in Europa heimisch. Vor etwa 400 Jahren begann die Züchtung von Kultursorten der Himbeere, vor allem durch Kreuzung von einheimischen mit importierten Arten. Rubus Arten wie Brombeere, lat. Rubus fructicosus, und insbesondere auch die Himbeeren sind ergiebige Spender von Blütennektar und Pollen und bei Honigbienen sehr beliebt. Zwischen den Kultursorten bestehen allerdings erhebliche Unterschiede in der Nektarproduktion. Pollen wird in der Himbeerblüte ganztägig produziert und von den Bienen in grauen Höschen in das Bienenvolk eingetragen. Rubus-Pollen zählt mit 4,6 % Sticksstoff zu den stickstoffreichsten Pollenarten. Größere Wildhimbeerbestände entstehen meist an Waldrändern sowie nach Kahlschlägen in Fichtenwäldern. Die Pflanze ist im gesamten Balkanraum verbreitet. In der Naturheilkunde finden sowohl die Früchte als auch die Blätter und Wurzeln der Himbeere Verwendung.

Johannisbrotbaumhonig

Vorkommen des Honigs: in Küstennähe, sehr selten

Der Honig

Der Johannisbrotbaum ist für die Bienen in küstennahen Gebieten von großer Bedeutung, da zur späten Blütezeit das Nahrungsangebot bereits sehr klein ist. In manchen Jahren können bei günstigen Klimabedingungen reinsortige Honige geerntet werden. Ansonsten bleibt der Honig als Winterfutter im Bienenstock. Honig vom Johannisbrotbaum ist dunkel-bernsteinfarben. In der Nase zeigt er pflanzliche Aromen von Sellerie. Am Gaumen ist der Honig sehr süß und leicht adstringierend.

Johannisbrotbaumhonig hat eine schwach ausgeprägte Sortenaromatik. Reinsortige Honige von Johannisbortbaum sind im Alpenraum sehr rar und ausschließlich in küstennahen Zonen Liguriens  und Teilen der Provence zu finden.

Die Pflanze

Der Johannisbrotbaum, lat. Ceratonia siliqua, zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler, Fabaceae.

Die Pflanze wächst in den wärmsten Zonen des Mittelmeergebietes. Im Alpenraum ist sein Vorkommen auf einen schmalen Küstenstreifen zwischen Nizza und Menton beschränkt. Hier fallen die Seealpen plötzlich zur Küste ab und bilden ein riesiges südseitiges Spalier. Der Johannisbortbaum ist sehr resistent gegen Hitze und Trockenheit. Bevorzugt werden kalkhältige Böden. Die Pflanze ist auch salztolerant. Die Wuchshöhe des Baumes kann bis zu 20 Meter erreichen. Der Johannisbrotbaum ist sehr frostempfindlich und daher selten in Höhenlagen über 500 Metern zu finden. Die Pflanze ist gemeinsam mit dem Erdbeerbaum eine typische Bienentrachtpflanze von Macchie und Garrique und bildet die ersten Blüten nach etwa sechs Jahren. Der Blütezeitraum reicht von September bis November. Die unscheinbaren Blütenstände brechen im Herbst, kurz vor Erscheinen der Blätter aus Stamm, Ästen und Zweigen hervor. Der Johannisbrotbaum ist zweihäusig, d.h.  gelb-rote männliche und grüne weibliche Blüten finden sich auf verschiedenen Pflanzen.

Die bei Vollreife schokoladenbraun glänzende Hülsenfrucht kann eine Länge von bis zu 30 cm erreichen und enthält etwa 10 Samen. Früher wurden die Früchte des Johannisbrotbaumes als Futtermittel verwendet, heute finden sie noch teilweise Verwendung als Eindickungsmittel in der Lebensmittelindustrie. Aufgrund des langsamen Wachstums ist der Anbau jedoch rückläufig.

Kirschhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Hügelzonen mit kontinentalem Klima, selten

Der Honig

Kirschblütenhonige in reiner Form sind rar und dies hat mehrere Gründe. Einerseits sind sie häufig Teil von Frühlingsblütenhonigen, d.h. der Nektar wird von den Bienen gemeinsam mit Steinobst- oder Löwenzahnblüten in den Waben eingelagert. Bienen sind zwar "blütenstet", d.h. eine einzelne Biene fliegt so lange auf eine Blütenart, bis die Nektarabsonderung versiegt. Allerdings befliegen verschiedene Bienen bei gleichzeitiger Blüte auch verschiedene Pflanzen. Außerdem ist, bedingt durch die frühe Blüte der Vogelkirsche, bei kühlen Nachttemperaturen die Nektarproduktion der Blüten gering. Tagsüber ist wegen schlechter Witterung oft kein Bienenflug möglich. Zusätzlich benötigt die Honigbiene in dieser frühen Phase ihrer Jahresentwicklung einen Großteil des Honigs selbst und eine zu starke Entnahme durch den Imker würde das Volk sehr schwächen.

Kirschblütenhonig ist hell-bernsteinfarben mit leichtem Orangestich und meist trüb. Sobald der Honig kristallisiert, wird er heller und erhält einen Graustich. Die natürliche Kristallisation erfolgt rasch und ist sehr feinkörnig. Meist wird Kirschblütenhonig daher cremig gerührt. Der zartmandelige Duft der Kirschblüte findet sich auch im Geruch des Honigs wieder und macht ihn leicht erkennbar. Im Geschmack ist Kirschblütenhonig sehr süß und erinnert an Marzipan und Weichselmarmelade. Er verschwindet jedoch rasch vom Gaumen.

Die Pflanze

Die Vogelkirsche, lat. Prunus avium, stammt ursprünglich aus Kleinasien und zählt zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Von dieser Wildform der Kirsche gibt es zahlreiche Zuchtformen von Süßkirschen, die sich durch größere und süßere Früchte auszeichnen und von den Bienen ebenfalls sehr stark besucht werden. Erste Anpflanzungen von Kirschen in Griechenland sind bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert. Die Vogelkirsche ist heute praktisch in ganz Europa verbreitet und kann selbst noch in Westsibirien angetroffen werden. Häufig wächst die Vogelkirsche in Gemeinschaft mit Hainbuchen und Eichen in Wäldern bis in einer Seehöhe von 1.500 m. Sie kann sich über von Vögeln vertragene Kerne oder auch vegetativ durch Wurzelsprosse vermehren und dann kleinräumig starke Bestände bilden, die dann für die Imkerei besonders interessant sind. Begehrt ist die Kirsche auch wegen ihres wertvollen Holzes, das zum Bau von Musikinstrumenten verwendet wird. 

Auf einzelnen freistehenden Kirschbäumen sind bis zu einer Million Blüten gezählt worden. Diese duften intensiv und sind, insbesondere wenn sie an Waldrändern oder in Hecken stehen, schon von weitem sichtbar. Der Blütennektar gilt als sehr zuckerreich. Häufig werden Bienen auch zur Bestäubung von Süßkirschen in Plantagen eingesetzt, da von Bienen bestäubte Plantagen größere Früchte mit höheren Erträgen liefern. Die Bienen finden in den Kirschblüten neben reichlich Blütennektar auch viel Pollen. Der Pollen hat eine grünliche Färbung und schmeckt bitter-mandelig. Da die Vollblüte der Kirsche im gemäßigt-warmen Klima meist bereits im April einsetzt, ist dies das Signal zu einem großen Entwicklungsschub im Bienenvolk. Die Königin legt dann Eier in großer Zahl und der Wabenbau wird von den Bienen stark erweitert.

Kleehonig

Vorkommen des Honigs: Aus Grünlandflächen und Feldkulturen mit kontinentalem Klima, selten

Der Honig

Kleehonig ist sehr hell, solange er flüssig ist und milch- bis hellbernsteinfarben, sobald er kristallisiert. Er bildet sehr feincremige, weiche Naturkristalle. In der Nase dominieren Zimtnoten und feine Blumenaromen von mittlerer Intensität. Am Gaumen ist Kleehonig sehr süß mit wenig Frische und zeigt Noten von reifen Bananen und Milchkaramell. Sein Geschmack ist anhaltend und lang im Abgang. Die natürlichen Kristalle sind nicht immer regelmäßig, daher wird Kleehonig fast immer cremig gerührt.

Dem Kleehonig ähnlich sind Honige, die von Pflanzen wie Esparsette, Steinklee, Luzerne etc.  stammen, die allesamt zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler gehören. Sie werden in Mitteleuropa meist  nur noch als Gründüngungspflanzen angebaut, als Futterpflanzen sind sie verschwunden.

Die Pflanze

Der Klee, lat. Trifolium spp., zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler, Fabaceae. Diese stellen mit insgesamt etwa 12.000 Arten die zweitgrößte Familie des Pflanzensystems. Leguminosen sind wichtige Futterpflanzen auf Viehweiden und dank ihrer weltweiten Verbreitung und der hohen Nektarproduktion äußerst wichtig für die Imkerei. Besondere Bedeutung für die Landwirtschaft haben die Schmetterlingsblütler, lat. Papilionaceae, eine Unterfamilie der Leguminosen. Sie sind imstande, mithilfe von Knöllchenbakterien, Stickstoff aus der Luft zu binden. Dazu bilden sie kleine Knöllchen an den Faserwurzeln. Jede Hülsenfrucht hat dabei eine ihr eigene Bakterienart im Boden. Die natürliche Stickstoffproduktion kann auf diese Weise 100 bis 200 kg pro ha betragen und macht zusätzliches Ausbringen von  Handelsdüngern unnötig. Zusätzlich wird durch Ernterückstände auch der Humusgehalt im Boden angereichert.

Klee wächst sehr rasch und vermehrt sich durch Kriechtriebe, die sich bald bewurzeln. Er spielt eine bedeutende Rolle in der Befestigung von Böschungen und Uferverbauungen, da er sich gut im Boden verwurzelt. Weißklee, lat. Trifolium repens, benötigt mittelschwere Böden und ausreichend Niederschlag  oder einen hohen Grundwasserspiegel. Rotklee, lat. Trifolium pratense, produziert mehr Nektar als Weißklee, hat allerdings im Vergleich zu diesem eine längere Kronröhre und ist für kurzrüsselige Insekten wie Honig- oder Wildbienen schwer erreichbar.

Auf den Bergwiesen kann sich nach dem ersten Grasschnitt, also etwa Mitte Juni, der Weißklee sehr rasch entwickeln und zur Blüte gelangen. Zeitlich ist dies nach der Blüte des Löwenzahns und zeitgleich mit der Tracht von Bergahorn und  Fichte.

Leguminosen im Allgemeinen und insbesondere Kleearten sind auch bedeutende Pollenlieferanten für die Brut im Bienenvolk. Der Pollen von Weißklee ist gelb-braun. Die Blühdauer von Weißklee kann  von Anfang Juni bis Mitte Oktober andauern. Weißklee bietet als Honigtrachtpflanze noch andere Vorteile: Die Nektarproduktion erfolgt auch bei Trockenheit und die Pflanze ist nicht kälteempfindlich und gedeiht daher auch in höheren Regionen.

Kornblumenhonig

Vorkommen des Honigs: Feldkulturen, selten

Der Honig

Monoflorale Honige von der Kornblume sind äußerst selten, meist sind sie Teil  von Sommerblütenhonigen. Kornblumenhonig ist hellgelb solange er flüssig ist, wenn kristallisiert hell-bernsteinfarben mit Grünschimmer. Seine Kristalle sind weich und feinkörnig. Florale, wenig ausgeprägte Geruchsaromen. Der Geschmack ist von mittlerer Intensität und leicht bitter.

Die Pflanze

Die Kornblume, lat. Centaurea cyanus, zählt zur Familie der Korbblütler, Asteraceae. Sie  stammt vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Durch die leuchtend blaue Farbe ist sie in Getreidefeldern schon von weitem sichtbar. Meist wächst sie an eher trockenen, sandigen Standorten und an den Ackerrändern gemeinsam mit Klatschmohn. Häufig ist sie in biologisch bewirtschafteten Feldern anzutreffen, denn die Kornblume ist ein Bioindikator, der anzeigt wie die Düngung mit Stickstoff in den vergangenen Jahren erfolgt ist. Aus mit Jauche und Gülle überdüngten Feldern ist sie gänzlich verschwunden. Die Pflanze ist einjährig und vermehrt sich durch Samen mit fallschirmartigem Flugapparat. Der Zuckergehalt des Nektars der Kornblume liegt mit einem Anteil von 34 Prozent sehr hoch.

Die auffällige Blume begleitet den Menschen, seit er sesshaft wurde und Ackerbau betreibt. Unzählige lokale Bezeichnungen zeugen von einer flächendeckenden Verbreitung in Europa. Selbst Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus, trug die Kornblume im Haar.

Korianderhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Feldkultur, selten

Der Honig

Korianderhonig ist in flüssigen Zustand hellgelb und kristallisiert innerhalb von wenigen Wochen zu sehr feinen Kristallen. In kristallisiertem Zustand ist er hell-bernsteinfarben. Floraler Geruch mit exotischen Noten. Am Gaumen feine Gewürznote mit kurzem Abgang.

Die Pflanze

Koriander, lat. Coriandrum sativum zählte zur Familie der Doldenblütler, lat. Apiaceae. Die Pflanze stammt aus Vorderasien und gedeiht am besten auf warmen, feuchten Standorten auf Lehm- oder Lößböden. Die Pflanze ist einjährig und wird bis zu 60 cm hoch. Der Blühzeitraum erstreckt sich über die Monate Juni und Juli. Die weißen Blüten werden sehr stark von Bienen beflogen. Sowohl das Kraut als auch die Samen werden als Küchengewürz verwendet.

Lavendelhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Feldkultur, selten

Der Honig

Der Farbe des Lavendelhonigs ist in flüssigem Zustand strohgelb, sobald er kristallisiert elfenbein-farben. Lavendelhonig kristallisiert grob und unregelmäßig und wird daher häufig cremig gerührt. Der Geruch ist intensiv nach getrockneten Lavendel- und Kamillenblüten. Am Gaumen überwiegen fruchtige Aromen wie Passionsfrucht. Der Honig ist leicht säuerlich und sein Zucker-Säure-Verhältnis ist sehr ausgewogen.

Honige, die aus kultivierten Hybriden (auch „Lavandin“ genannt) gewonnen werden, unterscheiden sich sensorisch leicht von den übrigen Lavendelhonigen. Lavandinhonige sind hellgelb und kristallisieren zu einer feinen und dichten Masse. Im Geruch und Geschmack sind sie intensiver, außerdem sehr süß und länger im Abgang.

Die Pflanze

Der Lavendel, lat. Lavandula spp., zählt zur Familie der Lippenblütler, Labiatae.

Die Gattung Lavendel umfasst etwa 20 Arten und wird als Zier- und Heilpflanze sowie zur Parfumgewinnung genutzt. Reinsortige Lavendelhonige stammen großteils von Kulturen, die mit der Hybridzüchtung Lavandula latifolia X Lavandula angustifolia bepflanzt sind, die auch als „Lavandin“ bezeichnet wird. Diese Züchtung kann einfacher maschinell beerntet werden und weist einen höheren Gehalt an ätherischen Ölen auf. Lavendel ist ein graufilzig behaarter Strauch, der Wuchshöhen bis zu 100 cm erreichen kann. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind etwa 40 mm lang, anfangs grau und verfärben sich später grünlich. Die violetten Blüten vereinigen sich zu einer bis zu 8 cm langen Ähre. Der Blütezeitraum reicht von Juni bis August.

Die Heimat von Lavandula officinalis sind die Küstenregionen des Mittelmeerraumes. Der Strauch wächst dort an trockenen, felsigen Kalkzonen über 700 Meter Seehöhe und erreicht vereinzelt die Waldgrenze. Einige Arten gelten als winterhart. Lavendel hat große bienenwirtschaftliche Bedeutung, da die Nektarabsonderung reichlich und der Blütennektar sehr zuckerreich ist. Die Lavendelfelder sind beliebte Ziele von Wanderimkern.

Lindenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Hügelzonen, häufig

Der Honig

Anteile an Linde sind in fast allen Sommerhonigen zu finden. Aber auch reinsortige Honige sind häufig. Der Rohstoff des Lindenhonigs kann sowohl Blütennektar als auch Honigtau von pflanzensaugenden Insekten sein. Lindenhonig ist in flüssigem Zustand hellgelb und klar. Er zeigt  sich nach erfolgter Kristallisation beige-bernsteinfarben mit goldgelbem Schimmer. Ist Honigtau beteiligt, so ist der Farbton dunkler. Die Naturkristalle sind groß, hart und scharfkantig. Am einfachsten erkennbar ist Lindenhonig am einzigartigen Geruch: angenehm und intensiv nach Pfefferminze, Menthol, Salbei und Holunderblüte. Von mittlerer Süße und lang anhaltend ist auch der Geschmack am Gaumen mit Noten von Menthol und Lindenblütentee. Im langen Abgang wirkt der Honig zartbitter.

Die Pflanze

Die Linde, lat. Tilia spp., zählt zur Familie der Lindengewächse, Tiliaceae. Linden haben herzförmige Blätter und tiefe Pfahl- und Seitenwurzeln. Die Blüten bilden hängende Dolden, an denen ein längliches Flügelblatt angewachsen ist, das dem reifen Fruchtstand  als Flugorgan zur weiteren Verbreitung dient. Blühende Linden ziehen aufgrund ihres intensiven Duftes und der ergiebigen Nektarmenge Bienen in großer Zahl an.

Die Nektarabsonderung der Blüten erfolgt hauptsächlich morgens und in den Abendstunden. Die gesamte Zuckerproduktion einer einzigen ausgewachsenen Linde kann beträchtlich sein. Die Nektar-sekretion steht in Zusammenhang mit der Umgebungstemperatur. Sinkt diese ab, so verringert sich auch der Zuckergehalt des Nektars. Starke Honigtauausscheidung von Lindenalleen in Stadtlage kann man an der Ablagerung einer farblosen, klebrigen Substanz auf darunter parkenden Autos bemerken. Bienen sammeln an der Linde auch hellgelbe Blütenpollen.

Getrocknete Lindenblüten werden in der Volksmedizin als Heiltee verwendet. Er wirkt beruhigend.  Das helle und leicht bearbeitbare Lindenholz findet vielseitige Verwendung in der Holzindustrie und ist bei Bildhauern besonders begehrt. Die Linde galt bei den Slawen und Germanen als heiliger Baum, der besonders verehrt wurde. Linden werden auch häufig als „Dorfbäume“ im Zentrum von Dörfern sowie neben Kreuzen und Bildstöcken gepflanzt.

Löwenzahnhonig

Vorkommen des Honigs: Von nährstoffreichen Grünlandflächen, selten

Der Honig

Reinsortiger Löwenzahnhonig zeigt sich in kristallisiertem Zustand in kräftigem Dottergelb, meist ist

der Farbton durch Anteile von anderen Honigsorten wie Weißklee etwas heller oder durch Waldhonig dunkler. Bedingt durch den hohen Glucosegehalt erfolgt die Kristallisation des Honigs rasch. Die Kristalle sind fein und nur bei erhöhtem Wassergehalt grobkörnig. Der Geruch ist sehr intensiv und entspricht dem einer zerriebenen Löwenzahnblüte. Am Gaumen ist Löwenzahnhonig angenehm frisch und mittelsüß. Der lange Abgang mit Noten von grünen Blättern, Kamillenblüten, Kren und weißem Pfeffer ist für den Honig charakteristisch und macht ihn leicht erkennbar.

Die Pflanze

Der Löwenzahn, lat. Taraxacum officinale, gehört zur Familie der Korblütler, Asteraceae. Die Korbblütler sind mit 920 Gattungen und 20.000 Arten eine der größten Pflanzenfamilien weltweit. Charakteristisch für die Korbblütler ist, dass die Einzelblüten zu körbchenartigen Blütenständen vereinigt sind, die wie eine einzige Blüte erscheinen. Der Pollen ist für Insekten leicht verfügbar. Der Nektar muss mit dem Insektenrüssel aus der Tiefe der Blütenröhre, die bei Löwenzahn allerdings nur 4 mm lang ist, gesaugt werden. Löwenzahnblüten reflektieren ultraviolettes Licht und erscheinen nur für das menschliche Auge gelb, für Bienen jedoch violett. Die Blütenköpfe sind nur wenige Stunden zu Tagesbeginn geöffnet. Sie schließen sich um die Mittagszeit und auch bei Regen und können bei anhaltendem Schlechtwetter tagelang in dieser Position ausharren.

Löwenzahn ist eine der bekanntesten Pflanzen der nördlichen Halbkugel, wie eine schier unüber-schaubare Zahl an regionalen Bezeichnungen für diese auffällige Blüte beweist. Die Pflanze war bereits im Altertum bekannt, jedoch nicht sehr stark verbreitet. Löwenzahn gedeiht besonders gut auf nährstoffreichen Wiesen, die stark mit Gülle gedüngt und häufig gemäht werden und er ver-wandelt ganze Landstriche für kurze Zeit in ein gelbes Blütenmeer. Die Vermehrung der Pflanze erfolgt durch Samen, die mit einem Fallschirm vom Wind verfrachtet werden. Diese keimen innerhalb von wenigen Tagen und schließen sofort Lücken in Wiesen. Löwenzahn hat eine Pfahlwurzel, die sehr tief in die Erde reicht. Die rasch wachsenden Pflanzen bilden bereits zeitig im Frühjahr Blattrosetten und fast zugleich erscheinen schon die ersten Blüten. Als ergiebige Nektar- und Pollenpflanze ist Löwenzahn für die Bienen für die Frühjahrsentwicklung der Bienen von immenser Bedeutung. Die Blütenpollenreife erfolgt in den Nachtstunden. Der gesamte Tagesvorrat ist mit Öffnung der Blüte verfügbar und wird von den Bienen innerhalb von 10 bis 15 Minuten abgeerntet. Der gelb-orange Pollen an den Hinterbeinen der heimkehrenden Bienen ist gut erkennbar.

Die Löwenzahnblüte ist für Bienen äußerst attraktiv und führt zu einer starken Entwicklung eines Volkes. Schlechtwetterperioden während der Löwenzahnblüte können allerdings eine starke Schwarmneigung verursachen.

Löwenzahn gilt als Heilpflanze bei Leber-, Gallen- und Nierenbeschwerden. Geröstete Wurzeln der Pflanze  wurden früher vermahlen und als Kaffeeersatz verkauft. Die Blätter des Löwenzahns werden im zeitigen Frühjahr als erster Wildsalat geschätzt.

Luzernenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Feldkultur, selten

Der Honig

Wie Honige von anderen Leguminosenarten, ist auch Luzernenhonig hellgelb, mit zartem Geruch nach Wachs und feuchtem Heu. Am Gaumen mittlere Süße, frisch, mit leichter Säure und Aromen von gekochter Milch, die rasch verschwinden. Die Kristallisation erfolgt rasch und feinkörnig. Kristallisierter Luzernenhonig ist fast weiß.

Die Pflanze

Die Luzerne, lat. Medicago sativa, zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler, Fabaceae. Sie stammt aus Vorderasien und ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Die Verbreitung erfolgte durch die Araber über Spanien nach Mitteleuropa. Die Luzerne hat eine Pfahlwurzel, die bis zu 5 m in die Tiefe reichen kann und benötigt warme, kalkreiche, tiefgründige Böden. Sie ist eine wichtige Futterpflanze, da sie sowohl einen hohen Gehalt an Eiweiß als auch an Mineralstoffen aufweist. Die stickstoffsammelnde Pflanze liefert viel organische Masse für den Boden und eignet sich sehr gut als Zwischenfrucht. Trotz des großflächigen Anbaus von Luzerne sind reinsortige Honige aus mehreren Gründen selten:  Zum einen benötigt die Luzerne für gute Honignektarabsonderung sehr günstige Klimabedingungen. Und zum anderen werden die Felder häufig bereits gemäht, bevor die violett- oder gelbblühende Pflanze zur Vollblüte gelangt. Außerdem geben Honigbienen trotz reichlicher Nektarabsonderung der Luzerne anderen Trachtpflanzen den Vorzug. Dies liegt möglicherweise am Mechanismus des Blütenbaus, bei dem die anfliegenden Insekten bei der Landung auf einer Luzernenblüte einen „Schlag“ von den Staubblättern erhalten.

Metcalfahonig

Vorkommen des Honigs: Aus Hügelzonen, mittlerweile selten

Der Honig

Metcalfahonige fallen durch hohe Enzymwerte auf, so wie alle Honig auf Basis von Honigtau generell. Enzyme sind Katalysatoren von chemischen Prozessen, ohne direkt an diesen beteiligt zu sein. Sie beschleunigen chemische Prozesse oder ermöglichen sie überhaupt erst. Die hohen Enzymwerte entstehen durch die doppelte Verarbeitung des Rohstoffs Siebröhrensaft, erst durch Honigtau-erzeuger dann durch die Biene.

Der Wassergehalt von Metcalfahonigen ist, wie bei allen Honigtauhonigen, niedrig. Die Honige haben eine hohe Viskosität. Eine Kristallisation erfolgt nur sehr langsam. Die Farbe von Metcalfahonigen ist sehr dunkel, fast schwarz. Der Geruch ist von mittlerer Intensität mit pflanzlichen Aromen. Im Geschmack sind sie sehr süß mit Noten von Malz, Karamell und Feigenmarmelade. Metcalfahonige sind von Nektarhonigen sehr einfach, von anderen Honigtauhonigen, insbesondere von Fichtenhonigen, nicht immer so leicht zu unterscheiden.

Das Insekt

Metcalfa pruinosa, die Bläulingszikade, ist eine Zikadenart innerhalb der Familie der Schmetterlings-zikaden, Flatidae. Das aus Nordamerika stammende Insekt wurde wahrscheinlich mit Holzimporten eingeschleppt und tritt als Neozoon auf. Im Jahre 1979 wurde das Insekt in der Region von Treviso erstmals in Italien dokumentiert. Die explosionsartige Ausbreitung erfolgte aufgrund des Fehlens von natürlichen Feinden und der hohen Anpassungsfähigkeit an Kultur- und Spontanvegetation. Die ersten Honige hatten Absatzprobleme, da Konsumenten die helle Nektarhonige wie Akazie oder Klee schätzten, mit diesem neuen Honigtyp wenig anzufangen wussten. Zudem hatten die Imker das Problem, dass die Quelle dieses neuen Honigs keiner Pflanze zugeordnet werden konnte. Im Gegen-satz zu allen Sortenhonigen, die den Namen der Pflanze tragen, an der die Bienen Nektar oder Honigtau sammeln, trägt dieser Honig den Namen des Insekts, das den Honigtau produziert. Dieser Unterschied erklärt sich durch die Gefräßigkeit des Insekts bzw. die Fähigkeit an zahlreichen Kultur- und Wildpflanzen zu parasitieren. Der Produktionszeitraum umfasst die warmen Monate Juli und August und setzt ein Fehlen von ergiebigen Trachtpflanzen wie Sonnenblume, Klee, Goldrute und Luzerne voraus. Seit in den letzten Jahren biologische Bekämpfungsmaßnahmen durch den Einsatz von Fraßfeinden durchgeführt wurden, scheint das Neozoon Metacalfa pruniosa weitgehend verschwunden zu sein und spielt bienenwirtschaftlich keine große Rolle mehr.

Minzehonig

Vorkommen des Honigs: Aus Hügelzonen, mittlerweile selten

Der Honig

Metcalfahonige fallen durch hohe Enzymwerte auf, so wie alle Honig auf Basis von Honigtau generell. Enzyme sind Katalysatoren von chemischen Prozessen, ohne direkt an diesen beteiligt zu sein. Sie beschleunigen chemische Prozesse oder ermöglichen sie überhaupt erst. Die hohen Enzymwerte entstehen durch die doppelte Verarbeitung des Rohstoffs Siebröhrensaft, erst durch Honigtau-erzeuger dann durch die Biene.

Der Wassergehalt von Metcalfahonigen ist, wie bei allen Honigtauhonigen, niedrig. Die Honige haben eine hohe Viskosität. Eine Kristallisation erfolgt nur sehr langsam. Die Farbe von Metcalfahonigen ist sehr dunkel, fast schwarz. Der Geruch ist von mittlerer Intensität mit pflanzlichen Aromen. Im Geschmack sind sie sehr süß mit Noten von Malz, Karamell und Feigenmarmelade. Metcalfahonige sind von Nektarhonigen sehr einfach, von anderen Honigtauhonigen, insbesondere von Fichtenhonigen, nicht immer so leicht zu unterscheiden.

Das Insekt

Metcalfa pruinosa, die Bläulingszikade, ist eine Zikadenart innerhalb der Familie der Schmetterlingszikaden, Flatidae. Das aus Nordamerika stammende Insekt wurde wahrscheinlich mit Holzimporten eingeschleppt und tritt als Neozoon auf. Im Jahre 1979 wurde das Insekt in der Region von Treviso erstmals in Italien dokumentiert. Die explosionsartige Ausbreitung erfolgte aufgrund des Fehlens von natürlichen Feinden und der hohen Anpassungsfähigkeit an Kultur- und Spontanvegetation. Die ersten Honige hatten Absatzprobleme, da Konsumenten die helle Nektarhonige wie Akazie oder Klee schätzten, mit diesem neuen Honigtyp wenig anzufangen wussten. Zudem hatten die Imker das Problem, dass die Quelle dieses neuen Honigs keiner Pflanze zugeordnet werden konnte. Im Gegensatz zu allen Sortenhonigen, die den Namen der Pflanze tragen, an der die Bienen Nektar oder Honigtau sammeln, trägt dieser Honig den Namen des Insekts, das den Honigtau produziert. Dieser Unterschied erklärt sich durch die Gefräßigkeit des Insekts bzw. die Fähigkeit an zahlreichen Kultur- und Wildpflanzen zu parasitieren. Der Produktionszeitraum umfasst die warmen Monate Juli und August und setzt ein Fehlen von ergiebigen Trachtpflanzen wie Sonnenblume, Klee, Goldrute und Luzerne voraus. Seit in den letzten Jahren biologische Bekämpfungsmaßnahmen durch den Einsatz von Fraßfeinden durchgeführt wurden, scheint das Neozoon Metacalfa pruniosa weitgehend verschwunden zu sein und spielt bienenwirtschaftlich keine große Rolle mehr.

Mönchspfefferhonig

Vorkommen der Honigs: Mittelmeerraum, selten

Der Honig

Mönchspfefferhonig hat eine rotbraune Farbe. Knapp nach der Ernte ist er heller, dunkelt aber dann rasch nach. Die intensiv-würzigen Geruchsaromen erinnern an Salbeiblätter. Im Geschmack ist Mönchspfefferhonig sehr intensiv mit jenen Gewürz- und Pfeffernoten, die auch die Samen der Pflanze kennzeichnen. Eine erfrischende Säure lässt den Honig wenig süß erscheinen. Der Abgang vom Gaumen ist sehr lang. Der Mönchspefferhonig bleibt lange in flüssigem Zustand und kristallisiert nur langsam.

Die Pflanze

Der Mönchspfeffer zählt zur Gattung Vitex in der Familie der Lippenblütler, lat. Lamiaceae. Der sommergrüne Strauch wächst an frostfreien Standorten mit hoher Bodenfeuchte, typischerweise entlang von Flussläufen und in Küstengebieten. Man findet ihn aber teilweise auch an trockenen und felsigen Stellen. Der Strauch bildet dichte Äste, welche oben stark verzweigt sind. Am Stängelende ragt der bis zu 30cm lange Blütenstand empor. In den Sommermonaten, zwischen Juli bis August trägt dieser Blüten, die weiss, rosa und blau-violett sein können. Man findet den bis zu 6 Meter hohen Strauch im gesamten Mittelmeerraum bis nach Zentralasien und auch in einigen nordafrikanischen Ländern. In mehreren Mittelmeerländern wurden die biegsamen Ruten des Mönchspfeffers zum Flechten von Bienenkörben verwendet.

Perückenstrauchhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Karstgebieten, selten

Der Honig

In den Honigtauhonigen des Karstes finden sich häufig Anteile von Perückenstrauch. Reinsortige Honige sind selten zu finden. Die botanischen Quellen des Perückenstrauchhonigs sind sowohl Blütennektar als auch Honigtau von saugenden Insekten. Die Honige sind pollenreich und haben zugleich einen bedeutenden Anteil an Pilzsporen, wie sie für Honigtauhonige typisch sind. Der Honig ist zähflüssig mit Tendenz zur baldigen Kristallisation. Seine Farbe ist dunkelbernstein bis fast schwarz mit grünlichem Schimmer. In kristallisiertem Zustand ist der Honig dunkelbraun. Der Geruch nach Malz und karamellisiertem Zucker ist von mittlerer Intensität. Am Gaumen ist Perückenstrauchhonig mild mit Aromen von Karamell, Trockenfrüchten und Bierhefe.

Die Pflanze

Der Perückenstrauch, lat. Cotinus coggygria, zählt zur Familie der Sumachgewächse, Anacardiaceae.

Die Pflanze ist im gesamten Mittelmeergebiet, insbesondere im Gebiet des Karstes weit verbreitet und im Spätherbst wegen der auffälligen Gelb- und Rotfärung seiner Blätter leicht erkennbar. Sie gedeiht auf sonnigen, trockenen und steinigen Böden, wobei kalkhaltige Standorte bevorzugt werden. Der Perückenstrauch kann eine Wuchshöhe von bis zu 5 Metern erreichen. Der Blüte-zeitraum reicht von Mai bis Juli. Die Bezeichnung Perückenstrauch bezieht sich auf die langen, violetten Haare, die auf den Fruchtstielen wachsen und die Früchte umgeben.

Phaceliahonig

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Vorkommen des Honigs: Aus Feldkultur, selten

Der Honig

Reinsortige Honige von Phacelia sind rar und stammen nur aus großen Feldkulturen. Der Honig ist sehr pollenreich. Eine weitere analytische Auffälligkeit ist der hohe Gehalt an Frucht- und Rohrzucker. Der Honig ist in flüssigem Zustand hellgelb. Er kristallisiert sehr hart und feinkörnig. Die pflanzlichen Geruchsaromen sind schwach ausgeprägt. Am Gaumen ist Phaceliahonig sehr süß mit Aromen von grünem Gemüse und Bienenwachs, die rasch verschwinden.

Die Pflanze

Phacelia, lat. Phacelia tanacetifolia, zählt zur Familie der Wasserblattgewächse, Hydrophyllaceae.

Die in unseren Breiten vor allem als Gründüngungspflanze angebaute Phacelia stammt aus Nordamerika und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt. Die krautige Pflanze, die eine Höhe von etwa 70 cm erreichen kann, gedeiht am besten auf sandigen Lehmböden. Die Aussaat erfolgt von März bis Juni. Nach etwa zwei Monaten beginnt die Blüte. Das Nektarium liegt am Blütenboden ringförmig um den Fruchtknoten und die Staubblätter ragen weit aus der Blüte hervor. Neben Nektar finden die Bienen auch viel Pollen in der Phaceliablüte. Die Pollen sind den ganzen Tag verfügbar und werden von den Bienen in dunkelblauen Höschen gesammelt.

Pinienhonig

Vorkommen des Honigs: In Zonen mit großen Pinienwäldern Südosteuropas, häufig

Der Honig

Pinienhonig ist rötlich-braun, der Geruch ist würzig und zeigt Aromen von Jod. Am Gaumen eine milde Süße und Geschmack von Karamell. Aufgrund des niedrigen Anteils an Glukose verbleibt Pinienhonig sehr lange in flüssigem Zustand und kristallisiert erst nach mehreren Jahren.

Die Pflanze

Die Nektarquelle von Pinienhonig ist Honigtau. Die Bienen sammeln an den Zweigen einiger mediterraner Pinienarten wie Pinus halepensis oder Pinus brutia den Zuckerextrakt von der Schildlausart Marchalina hellenica. Das Insekt beginnt im August mit der Honigtauproduktion und diese Sekretion kann bis zum Frühjahr des Folgejahres anhalten. Die Hauptsaison liegt zwischen August und Oktober. Um die Sammeltätigkeit der Bienen zu ermöglichen muss die Luftfeuchtigkeit über 65 % und die Temperatur über 20°C liegen. Honig von verschiedenen Pinienarten macht fast 65% der gesamten Honigernte Griechenlands aus. Die Hauptproduktionsgebiete liegen auf Nord-Euböa, Chalkidiki, Thassos, Skopelos, Zakynthos und Rhodos. Auch im Südwesten der Türkei um die Stadt Muğla werden große Mengen an Pinienhonig produziert. Das massenhafte Vorkommen dieses Spätsommerhonigs macht diese Regionen zu beliebten Zielen für Wanderimkern.

Rapshonig

Vorkommen des Honigs:  Aus Feldkultur, häufig

Der Honig

Rapshonig wird selten reinsortig als solcher verkauft. Er ist meist Teil von Frühlingsblütenhonigen. In Gegenden mit großen Feldkulturen können die Produktionsmengen beträchtlich sein. Rapshonig kristallisiert aufgrund des hohen Glucoseanteils sehr rasch. Die auffallend helle Färbung des Honigs ist charakteristisch: In flüssigem Zustand hellgelb, in kristallisiertem Zustand weiß mit grauem Stich. An gekochtes Weißkraut erinnernder, leicht derber Geruch mit floralen Aromen; am Gaumen seidig-weich, sehr cremige, schmalzartige Konsistenz, ausgeprägte Süße, kaum Säure, geringe Intensität des Geschmacks. Kaum Nachgeschmack.

Die Pflanze

Raps, lat. Brassica napus, zählt zur Familie der Kreuzblütler, Brassicaceae. Die Pflanze ist seit langem in Regionen verbreitet, in denen keine anderen Ölfrüchte wie Oliven oder Mohn bekannt waren. Im Mittelalter diente Raps vorwiegend zur Erzeugung von Lampenöl.

Die Bienen begegnen dem Raps zu zwei Zeitpunkten in ihrem Arbeitsjahr. Zum einen als bereits im August des Vorjahres gesäte Feldkultur. Aus diesem Raps entsteht dann das Speiseöl. Zum anderen dient Raps auch als Gründüngungspflanze nach der Getreideernte. Insbesondere im ersten Fall sind die Felder bei den Wanderimkern sehr begehrt, da der Raps über einen längeren Zeitraum  zuverlässig Pollen und Nektar liefert. Aufgrund der frühen Blüte im April führt dies zu einer explosionsartigen Entwicklung des Bienenvolkes mit starker Brut- und Bautätigkeit. Meist können die Honigüberschüsse als ausgiebige Frühjahrstracht geerntet werden. Allerdings werden in den letzten Jahren verstärkt Hybridsorten angebaut. Diese Neuzüchtungen produzieren wenig Nektar und liefern den Bienen kaum Pollen. Dabei hat die Gegenwart von Bienen im Rapsfeld für beide Seiten einen großen Nutzen: Der Landwirt hat durch eine gute Bestäubung einen höheren Ertrag und der Imker stark entwickelte Völker und eine ergiebige Honigernte. Durch intensive Pflanzenschutzmaßnahmen ist die Gefahr der Kontamination des Rapshonigs mit Rückständen von Pestiziden groß.

Rosmarinhonig

Vorkommen des Honigs: In Küstennähe, selten

Der Honig

Rosmarinhonig ist als Sorte schwer zu erkennen, da sich im Honig der intensive Duft der Blüte nicht wiederfindet. Flüssiger Rosmarinhonig ist hellgelb und elfenbeinfarben, sobald er kristallisiert. Die Kristallisation erfolgt langsam und sehr feinkörnig. Im Geruch ist der Honig wenig intensiv mit zarten Anklängen von Gewürzkräutern. Am Gaumen ist er elegant, sehr süß und hat wenig Säure. Die Aromen erinnern an Bittermandel und frischgemahlenes Mehl. Rosmarinhonig verschwindet rasch vom Gaumen. Durch den frühen Erntezeitpunkt dieses Frühlingshonigs ist die Gefahr eines hohen Wassergehaltes und einer beginnenden Gärung im Honig hoch.

Die Pflanze

Der Rosmarin, lat. Rosmarinus officialis, zählt zur Familie der Lippenblütler, Labiatae. Die Pflanze ist gemeinsam mit Lavendel typisch für die Spontanflora der Garrique an den Küsten des Mittelmeeres. Rosmarin bevorzugt sonnige, trockene und kalkreiche Standorte. Der immergrüne, stark verzweigte Strauch duftet sehr intenisiv und erreicht eine Höhe von bis zu 2 Metern. Die kleinen, hellblauen oder weißen Blüten können das ganze Jahr über entstehen, die Hochsaison der Blüte ist jedoch zu Beginn des Frühlings. Die Frucht ist eine kleine Kapsel mit intensivem Duft nach Weihrauch und Kampfer. Das ätherische Öl, das aus den Blättern gewonnen wird, findet Verwendung in Kosmetikprodukten. Rosmarin war bei mehreren Völkern der Antike das Symbol der Unsterblichkeit.

Rosskastanienhonig

Vorkommen des Honigs: aus dem Balkan Gebirge in Bulgarien, aus Stadtgebieten, selten

Der Honig

Der Honig hat einen hellen, rötlich-braunen Farbton und bleibt sehr lange flüssig. Am Gaumen ist er zartbitter und hat einen raschen Abgang.

Die Pflanze

Die Rosskastanie, lat. Aesculus hippocastanum, gehört zur Familie der Rosskastaniengewächse, Hippocastanaceae. Die Namensgleichheit mit der Edelkastanie beruht auf einer Ähnlichkeit der Samen der Rosskastanie mit den Früchten der Edelkastanie. Dennoch gehören beide Pflanzen gänzlich verschiedenen Familien an. Der Name „Rosskastanie“  ist seit dem 16. Jahrhundert bezeugt und bezieht sich auf die Samen, die vom türkischen Heer als Heilmittel für Pferdekrankheiten verwendet wurden. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Rosskastanie erstreckt sich in einem weiten Bogen von Mittelasien bis in den Balkan. Samenfunde in der Braunkohle beweisen, dass die Gattung Aesculus schon in einer früheren Erdperiode in Mitteleuropa heimisch war. Die heutigen Bestände von der Gewöhnlichen Rosskastanie stammen von Samen, die im Jahre 1576 von Konstantinopel nach Wien gebracht und vom Botaniker Carolus Clusius erstmals ausführlich beschrieben wurden. Die exotische Blüte des Baumes traf den Geschmack der Zeit und fand rasche Verbreitung in fürstlichen Gärten. Seit dem 18. Jahrhundert wird die Rosskastanie schließlich verbreitet als Alleebaum gepflanzt und prägt seither viele Stadtlandschaften, wie etwa den Wiener Prater.

Leicht zu unterscheiden von der weißblühenden Rosskastanie Aesculus hippocastanum, ist die schwächer wüchsige und rotblühende Art Aesculus pavia, die aus Nordamerika stammt. Die Blütezeit des  bis zu 30 Meter hohen Baumes, der bis zu 200 Jahre alt werden kann, beginnt Ende April und dauert etwa 2 Wochen. Er blüht erstmals nach etwa 10 Jahren. Die auffälligen Blütenstände (auch Kerzen genannt), in denen männliche, weibliche und zwittrige Blüten gemeinsam vorkommen, sondern große Mengen hochkonzentrierten Nektars ab und werden überwiegend von Bienen und Hummeln besucht. Der Pollen wird von den Bienen in großen violetten Höschen eingetragen und kann ein Gewicht von 11 mg erreichen. Die Pollenernte beginnt frühmorgens und endet in den Nachmittagsstunden. Mit einem Stickstoffanteil von 5,75 % zählen die Rosskastanienpollen zu den stickstoffreichsten Pollenarten. Die Ernte von Nektar und Pollen erfolgt getrennt, d.h. die Bienen fliegen entweder auf Nektar oder Pollen. Eine weitere Bedeutung für die Bienen haben die riesigen, mit einer dicken Harzschicht überzogenen Knospen der Rosskastanien. An ihnen sammeln die Bienen die Rohstoffe für Propolis, das als Kittharz und Desinfektionsmittel im Bienenstock Verwendung findet. Der stärkste Eintrag von Propolis erfolgt im Spätsommer und im Herbst von den Winterknospen. In der Humanmedizin finden die Samen der Rosskastanie - dank des Wirkstoffes Aescin – Verwendung als Naturheilmittel bei Venenerkrankungen wie Krampfadern sowie bei Hämorrhoiden und Arteriosklerose.

Viele Rosskastanienbestände sind von der Miniermotte bedroht. Dieser Schädling, der seit 1989 auch in Österreich anzutreffen ist, führt durch Fraßschäden an den Blättern zu einer Braunfärbung und in Folge zu einem vorzeitigen Verwelken bereits im Sommer. Dadurch wird die Photosyntheseleistung der Blätter geschwächt und die Früchte von stark befallenen Bäumen bleiben deutlich kleiner. Allerdings konnte noch kein völliges Absterben der Bäume beobachtet werden. Teilweise treiben befallene Bäume im Spätsommer nochmals aus und bilden auch vereinzelt Blüten.

Salbeihonig

Vorkommen des Honigs: Entlang der gesamten Adriaküste, häufig

Der Honig

Salbeihonig ist rotbraun und kristallisiert rasch. Die großen und spitzen Zuckerkristalle sind jedoch nicht sehr kompakt. Salbeihonig duftet unverkennbar nach Gewürzpflanzen. Im Geschmack des Honigs dominiert der Eindruck von Frische sowie ein intensiver Mentholton. Der Abgang vom Gaumen ist lang.

Die Pflanze

Der Salbei, lat. Salvia officinalis zählt zur Familie der Lippenblütler, lat. Lamiaceae. Ähnlich wie der Pontische Rhododendron und die Rosskastanie ist diese wichtige autochtone Bienentrachtpflanze bereits seit dem Tertiär (etwa 66 – 2,5 Mio. Jahre vor unserer Zeitrechnung) auf dem Balkan heimisch. Der Salbei ist ein Halbstrauch und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm. Alle Pflanzenteile besitzen einen starken aromatischen Geruch. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Die Blüten stehen an kurzen Stielen am oberen Stängelteil. Die violetten, selten auch rosafarbenen oder weißen Blütenkronen haben die typische Form der Lippenblütengewächse und sind zwei bis drei cm lang. Die Pflanze liebt kalkreiche, steinige und trockene Böden. Große Salbeibestände gibt es auf den dalmatinischen Inseln Cres, Krk und Lošinj, in Albanien um die Küstenstadt Lezhe sowie in Griechenland.

Schneeheidehonig

Vorkommen des Honigs: Friaul, sehr selten

Der Honig

Reinsortige Honige von  der Schneeheide sind  äußerst selten und kommen nur in wenigen Regionen der Südalpen vor. Meist ist Erica carnea Teil von Blütenhonigen aus dem Gebirge. Der Nektar von frühblühenden Südhängen wird von den Bienen meist restlos verbraucht und nur der Ertrag von späterblühenden Schattenhängen kann in manchen Jahren als Honig geerntet werden. Honige von der Schneeheide sind hellgelb und zeichnen sich durch ein intensiv-fruchtiges Aroma aus. Sie wirken sehr süß. Im Vergleich zu anderen Erika-Arten fehlt  jedoch die leicht bittere Note am Gaumen. Die Honige gelten als reich an Fermenten.

Die Pflanze

Die Schneeheide, lat. Erica carnea, zahlt zur Familie der Heidekrautgewächse, Ericaceae.Der Zwerg-

strauch ist nicht sehr wählerisch in Bezug auf den Boden und daher häufig anzutreffen. Im Sommer werden bereits die Blütenanlagen für das nächste Jahr gebildet, die sich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen rasch öffnen. Die Pflanze blüht je nach Höhenlage von Jänner bis Juli und wird von den Bienen sehr lebhaft auf Nektar und Pollen  beflogen. Die Schneeheide ist von großer Bdeutung für die Entwicklung der Bienen nach schneereichen Wintern. Erica carnea ist ein typischer Bestand-teil des Krummholzgürtels der Alpen und bevorzugt sonnige und warme Standorte. Die Verbreitung der Pflanze geht nur wenig über den Alpenraum hinaus.

Die Schneeheide war maßgeblich am wirtschaftlichen Erfolg der Imkerei  in Slowenien gegen Ende des  19. Jahrhunderts beteiligt. Die zu frühen Schwärmen neigende Carnicabiene wurde von slowenischen Imkern in einfach und billig gefertigten horizontalen Bauernkästen gehalten und gleich mit den  Bienen verkauft. Die Ost-Westerstreckung vieler südalpiner Täler mit starkem Vorkommen an Erica carnea bot den Bienen bereits im zeitigen Frühjahr eine ergiebige Futterquelle. Während in anderen Alpentälern die Winterverluste erst offenbar wurden, gab es in der Krain bereits die ersten Schwärme.

Schwarzkümmelhonig

Vorkommen des Honigs: aus Feldkulturen, selten

Der Honig

Schwarzkümmelhonig zeigt sich in einem sehr dunklen Braun mit rötlichem Farbeinschlag. Der Geruch ist intensiv mit Noten von Fenchel und Eukalyptus. Im Geschmack hat der Honig einen intensiven Kümmelton mit Zitrusnoten. Der lange Abgang vom Gaumen ist leicht bitter. Schwarzkümmelhonig bleibt lange in flüssigem Zustand und kristallisiert nur langsam.

Die Pflanze

Der Schwarzkümmel, lat. Nigella sativum ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse, lat. Ranunculaceae. Er ist weder mit Echtem Kümmel noch mit Kreuz-kümmel verwandt. Die natürliche Verbreitung der etwa zwei Dutzend Arten von Schwarzkümmel reicht von Südeuropa über Vorder- und Zentralasien bis nach Nordafrika. Reinsortiger Schwarz-kümmelhonig stammt ausschließlich aus Feldkulturen. Große Anbaugebiete gibt es etwa um Burdur in der Türkei, im Iran und in Pakistan. Diese Staaten sind auch bedeutende Exporteure von Schwarzkümmel, der seit mindestens 3.500 Jahren im Orient als pfefferartiges Gewürz und als medizinisches Heilmittel große Bedeutung hat.

Seidenpflanzenhonig

Vorkommen des Honigs: Entlang der Flüsse Donau und Save, selten

Der Honig

Seidenpflanzenhonig ist außerhalb von Serbien wenig bekannt. Der Farbton ist rotbraun. Die Kristallisation erfolgt erst nach mehreren Monaten. Der Honig zeigt zarte florale Aromen im Geruch und am Gaumen. Die Nachfrage nach dieser Honigrarität ist groß, so groß dass dieser Honig meist sehr schnell ausverkauft ist.

Die Pflanze

Die Gewöhnliche Seidenpflanze, lat. Asclepius syriaca zählt zur Familie der Hundsgiftgewächse, lat. Apocynaceae. Der Tiefwurzler der im serbischen auch Divlji duhan genannt wird, stammt aus Nordamerika und wurde im 17. Jahrhundert als Futterquelle für Bienen und zur Uferbefestigung entlang von Flüssen gepflanzt. Die Seidenpflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm vermehrt sich stark durch Rhizome und weitfliegende Samen und bildet im Grenzgebiet zwischen Ungarn und Serbien große Bestände. In den Monaten Juli und August verwandelt die attraktive Pflanze ganze Flusslandschaften in ein rosafarbenes Blütenmeer. Die Seidenpflanze produziert große Mengen an Blütennektar. Allerdings bietet sie Insekten keinen Pollen, was bei diesen zu Ernährungsproblemen führen kann. Honigbienen stillen ihren Pollenbedarf dann häufig an der Königskerze, lat. Verbascum spp., die in dieser Region ebenfalls häufig vorkommt. Und noch einen Nachteil bietet diese reichlich Nektar spendende Pflanze für Bestäubungsinsekten. In trockenen Jahren sondert die Blüte eine ölartige Substanz ab. Die Bienen bleiben daran kleben und  können die Blüten nicht mehr verlassen. Viele Imker meiden aus diesem Grund die Seidenpflanze.

Silphienhonig

Vorkommen des Honigs: Allgäu, in Feldkulturen, selten

Der Honig

Reinsortige Honige im Alpenraum sind rar. Der Farbton von Silphienhonig ist goldgelb, wird der Honig cremig gerührt zeigt er einen dunklen Beigeton. In der  Nase überwiegen florale Töne. Am Gaumen ist der Honig stark parfümiert und erinnert an reife Brombeeren überlagert von Aleppo-Seife. Die Kristallisation in sehr groben Körnern erfolgt innerhalb von einigen Wochen. Silphienhonig wird daher meist cremig gerührt.

Die Pflanze

Die Durchwachsene Silphie, lat. Silphium perfoliatum, zählt zur Familie der Korblütler, Asteraceae. Es handelt sich dabei um eine mehrjährige Kulturpflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Seit einigen Jahren wird sie in Mitteleuropa als Energiepflanze für Biogasanlagen angepflanzt. Honig-relevante Bestände von etwa 200 ha an Silphium perfoliatum gibt es auf der Schwäbischen Alp im Allgäu. Dieser Pflanzenbestand ist zwischen 2 und 10 Jahren alt und dient vorerst vor allem zur Saatgutgewinnung. Die Blütezeit der Pflanze beginnt Ende Juni und endet erst Ende September. Nektar und Pollen der Silphie werden nicht nur von Bienen sondern auch von vielen anderen Insekten gesammelt. Die Pflanze stellt eine wesentliche Bereicherung des Nahrungsangebotes  für  blütenbesuchende Insekten im Hoch- und Spätsommer dar. Sollte diese spätblühende Honig-trachtpflanze weitere Verbreitung finden, könnte Silphienhonig auch eine interessante Erweiterung des Angebotes an Sortenhonigen sein.

Sonnenblumenhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Feldkultur, häufig

Der Honig

Sonnenblumenhonig ist einer der häufigsten Honige aus Feldkulturen. Er kristallisiert aufgrund des hohen Glucosegehaltes sehr rasch und entwickelt eine harte, feinkörnige Konsistenz. Er wird daher meist cremig gerührt. Charakteristisch ist seine auffällig dottergelbe Farbe. Anregender Geruch nach würzigen Sommerkräutern, Heu und Blütenpollen prägen das Aroma. Am Gaumen zeigt sich erst ein Eindruck von Frische – dieser ist den hohen Säurewerten zu verdanken, um dann in eine verhaltene Süße überzugehen. Im Abgang Noten von Salbei und kandierten Südfrüchten, wobei dieser von mittlerer Länge ist. An einem Charakteristikum sind Sonnenblumenhonige leicht zu erkennen: Nach dem Schlucken erzeugt die Säure des Honigs durch Reizung der Schleimhäute einen leichten Hustenreiz. Eine weitere Besonderheit von Sonnenblumenhonig (und einiger anderer Cremehonige mit guter Ausreifung und geringem Wassergehalt) ist die Bildung von weißen Flecken auf dem Glas. Diese erfolgt meist bei  Lagerung unter tiefen Temperaturen. Dabei zieht sich der Honig zusammen, verringert sein Volumen und löst sich vom Glas. Diese Stellen treten als weiße Flecken in Erscheinung, die jedoch die Qualität des Honigs nicht beeinträchtigen.

Die Pflanze

Die Sonnenblume, lat. Helianthus annuus, ist eine einjährige Pflanze und zählt zur Familie der Korbblütler, Asteraceae. Die Heimat der Sonnenblume ist Nordamerika. Seit dem 17. Jahrhundert wird sie auch in Europa gepflanzt. Von den insgesamt über 50 Helianthus-Arten hat neben der Sonnenblume noch eine zweite Spezies Bedeutung erlangt: Topinambur, lat. Helianthus tuberosus. Die Sonnenblume dient als Grünfutterpflanze und ist Öl- sowie Samenlieferant. Die jungen Pflanzen wachsen sehr schnell und brauchen kräftige, stickstoffreiche Düngung, viel Sonne und ausreichend Wasser. Der auffällige Blütenkorb der Sonnenblume kann einen Durchmesser von bis zu 40 cm erreichen. Er besteht aus tausenden kleinen Röhrenblüten. Die Sonnenblume hat einen bemerkens-werten Mechanismus zur Verhinderung der Selbstbestäubung entwickelt, die sogenannte Protandrie:  bei Öffnung der Blüten tritt zuerst der Pollen hervor, der vom Griffel durch die Blütenröhre nach außen geschoben wird. Erst nach Abernten des Pollens durch die Bestäubungsinsekten, spreizen sich die beiden Narbenäste auseinander und die Bestäubung mit blütenfremdem Pollen kann erfolgen. Die Quelle des Nektars, das Nektarium, liegt auf dem Blütengrund. Aufgrund von Unterschieden bei der Länge der Röhrenblüte ist der Nektar nicht bei allen Sonnenblumensorten für Honigbienen zugänglich. Das Abblühen der Scheibe beginnt von außen nach innen. Der Blühbeginn für Sonnenblumen ist  Anfang Juli, die Blühdauer beträgt etwa zwei Wochen. Später gepflanzte Felder können die Trachtdauer stark verlängern. Für Imker sind die Sonnenblumenkulturen von großer wirtschaftlicher Bedeutung, da sie einerseits die Honigsaison verlängern und andererseits eine bedeutende Ernte ermöglichen. Zusätzlich können sich die Bienen durch die Sonnenblume einen Vorrat an gut verdaulichem Winterfutter verschaffen. Von der Bestäubung der Felder mit Bienen profitieren auch die Landwirte. Das Abreifen der Felder erfolgt gleichmäßiger und die Hektarerträge sind höher. Bemerkenswert ist die Fähigkeit der jungen Sonnenblumenpflanze, ihre Blüten in Richtung Sonne zu drehen. Der Mechanismus wird von Phytohormonen gesteuert, die durch eine Änderung des Wassergehaltes in den Zellen ein Drehen des Blütenkorbes ermöglichen.

Sorbushonig

Vorkommen des Honigs: Friaul, in Bergzonen, sehr selten

Der Honig:

Meist ist der Honig von der Mehlbeere oder der Eberesche ein Teil von Frühlingshonigen. Reinsortige Sorbushonige sind sehr selten. Der Honig ist hell-bernsteinfarben mit geringer Tendenz zur Kristallisation. In der Nase feine Fruchtaromen von Mango und Maracuja, die sich auch im Geschmack wiederfinden. Sorbushonig hat am Gaumen kaum Säure und keine Bittertöne. Milde Süsse dominiert den kurzen Abgang.

Die Pflanze:

Die Eberesche, lat. Sorbus aucuparia zählt zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Sie ist ein sehr anspruchsloser Baum und gedeiht auf fast allen Bodenarten in ganz Europa von der Tiefebene bis ins Gebirge (bis 2.000m). Die Eberesche bildet jedoch nur selten größere Bestände sondern tritt meist einzeln oder in lichten Wäldern in Erscheinung. Der Baum erreicht eine Höhe von max. 15 m. Die weißen Blüten erscheinen ab Mai und bereits im Juli trägt der Baum seine auffälligen scharlachroten Früchtedolden. Die vitaminreichen Früchte sind essbar und werden besonders gerne von Vögeln verzehrt, die dann in Folge auch für die Verbreitung der Samen sorgen. Die Bienen finden in den Blüten der Eberesche nicht nur Nektar sondern auch auch Pollen, der in Form von grünlich-grauen Pollen gesammelt wird. Die Nektarproduktion einer Blüte wird in der  Literatur mit 0,3 – 0,8 mg angegeben und ist somit ähnlich hoch wie bei der Kirschblüte. Der Eberesche ähnlich jedoch von untergeordneter bienenwirtschaftlicher Bedeutung ist der Mehlbeerbaum, lat. Sorbus aria. Er ist vor allem in sonnigen, trockenen und kalkreichen Gegenden häufig. Er hat braune Früchte und die Unterseite der Blätter ist weiß verfilzt.

Steinweichselhonig

Vorkommen des Honigs: karstige Hügelzonen, selten

Der Honig

Reine Steinweichselhonige sind sehr rar und werden nur in der Karstregion Sloweniens und jenseits der Grenze im italienischen Karst erzeugt. Die Farbe des Honigs ist hellbraun mit rötlichem Einschlag.  Steinweichselhonig wird meist in flüssiger Form verkauft, neigt jedoch nach einiger Zeit zur feinkörnigen Kristallisation. Der Geruch nach Kirschblüten und gerösteten Mandelkernen ist intensiver als der von Vogelkirschhonig. Am Gaumen ist Steinweichselhonig sehr süß, mit kaum wahrnehmbarer Säure und Noten von Bittermandeln.

Die Pflanze

Die Steinweichsel, lat. Prunus mahaleb, zählt wie die Vogelkirsche zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Der Name "mahaleb" stammt aus dem Vorderen Orient und ist die Bezeichnung für ein altes, regional weit verbreitetes Gewürz auf Basis der geschälten und vermahlenen Samenkerne der Steinweichsel. Geschmacksbestimmend für das vanilleähnliche Aroma ist ein bedeutender Gehalt an Cumarin. Daneben kommen in den Samenkernen auch Blausäureglykoside vor, die jedoch nicht gesundheitsschädlich sind.

Die Steinweichsel wächst in ihrer Wildform als Strauch oder halbhoher Baum und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 6 Metern. Steinweichseln lieben trockene und sonnige Standorte. Große Verbreitung finden sie im Gebiet des Karstes. In Form der pannonischen Unterart Prunus mahaleb ssp. simonkaii kommt die Steinweichsel aber auch in der Region um Baden, südlich von Wien, vor.  Die Blütezeit der Pflanze ist Mitte April. Die Blüten duften sehr stark und locken viele Insekten, unter anderem auch die Honigbienen, an. Die Früchte bleiben klein und sind schwarz. Ihre Genießbarkeit ist umstritten, da die  Ansichten von giftig über extrem bitter bis hocharomatisch und wohlschmeckend gehen.

Früher diente die Steinweichsel auch als Unterlage für die Veredelung von Steinobst. Eine weitere Besonderheit der Steinweichsel ist das ebenfalls nach Cumarin duftende Holz, das zur Erzeugung von Gebrauchsgegenständen wie Pfeifen, Gehstöcken und Regenschirmgriffen verwendet wurde.

Strandfliederhonig

Vorkommen des Honigs: Lagunen um Venedig, sehr selten

Der Honig

Die Farbe des Strandfliederhonigs ist dunkelgelb bis Orange. Der Honig hat eine rasche Tendenz zur grobkörnigen Kristallisation. Der Geruch  ist intensiv mit Aromen von Pilzen und Früchten und erinnert an den Duft der Lagunen während der Vollblüte des Strandflieders. Der Geschmack des Honigs ist leicht bitter und salzig. Strandfleiderhonig ist reich an Mineralstoffen und Enzymen.

Die Pflanze

Der Strandflieder, lat. Limonium spp. zählt zur Familie der Bleiwurzgewächse, Plumbaginaceae. Die Pflanze ist ein mehrjähriger Halbstrauch mit einer Wuchshöhe von 10 bis 50 cm. Limonium ist die wichtigste Bienentrachstpflanze in den Salzwiesen und –sümpfen in den Lagunen von Venedig und Chioggia. Diese werden periodisch von Salzwasser überflutet und bilden den natürlichen Übergang zwischen Land und Meer. Auf den von den Gezeiten geprägten Weichsubstratböden gedeiht eine Salzpflanzenvegetation, die an Überflutung und hohe Salzkonzentration im Boden angepasst ist.  Zur Hauptblütezeit im Juli und August verwandelt der Strandflieder die Lagunenlandschaft in ein lila Blütenmeer. Zusätzlich finden die Bienen in der Barena auch Nektar und Pollen von Meersenf, Tamariske, Akazie, Brombeere, Weißklee, Bastardindigo, Strandaster, Alant und Sacrocornia. Auf Magerwiesen und Sandzonen, die an die Lagune grenzen besuchen die Bienen außerdem Blüten von sandliebenden Pflanzen wie Gamander, Nachtkerze und Spargel. Ein  Mischblütenhonig aus den Lagunen von Venedig wird als „Miele di Barena“ bezeichnet.

Strohblumenhonig

Vorkommen des Honigs: Auf einigen Inseln Dalmatiens, sehr selten

Der Honig

Die Farbe des Honigs ist hell-bernstein. Die Kristallisation erfolgt langsam und nicht sehr kompakt. Die Kristalle sind grob und spitz. Der Geruch des Honigs erinnert an getrocknete Kräuter wie Kamille und Ginster. Strohblumenhonig ist sehr aromatisch und zeigt am Gaumen Aromen von Nougat und Malz.

Die Pflanze

Die Italienische Strohblume, lat. Helichrysum italicum zählt zur Familie der Korbblütler, Asteraceae. Die Pflanze wird häufig mit den Synonymen „Immortelle“ oder „Currykraut“ bezeichnet. Ersteres weil ihre leuchtend gelben Blüten auch in trockenem Zustand ihre Form und Farbe bewahren. Letzteres, da der Duft der silbrigen Blätter, insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung an Curry erinnert. Die Pflanze wächst als Halbstrauch und erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm. Sie ist im gesamten Mittel-meerraum verbreitet. Auf einigen Inseln der mittleren Adria vor der dalmatinischen Küste bildet sie größere Bestände. Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Aus der Pflanze werden ätherischen Öle gewonnen. Die Italienische Strohblume stellt keine hohen Ansprüche an den Boden. Sie kommt auf kargem Geröll und im felsigen Gebirge in Höhen bis zu 1.800 vor. Allerdings benötigt sie viel Licht und Sonne.

Tannenhonig

Vorkommen des Honigs:  Aus Bergwäldern, selten

Der Honig

Honige von der Tanne sind dunkel-bernsteinfarben mit grünlichem Schimmer und geringer Tendenz zur Kristallisation. Sie zeichnen sich durch einen intensiven Duft nach Balsamessig, Harz und sonnengerösteten Tannennadeln aus. Am Gaumen bestätigen eine verdeckte Süße und die Würze von Harz den Gesamteindruck. Im Finale Malz, Karamell und Aromen von kandierten Orangenzesten, keine Bittertöne. Tannenhonige haben einen langen Abgang.

Der Rohstoff von Tannenhonig ist Honigtau, ein Sekret von pflanzensaugenden Insekten, das von den Bienen gesammelt und mit Enzymen versetzt wird. Honige von Tanne und Fichte werden oft vereinfacht als „Waldhonige“ bezeichnet und stellen schon aufgrund ihres botanischen Ursprungs eine Besonderheit dar. Sie zählen zu den geschmacklich komplexesten Kreationen der Honigbiene und entwickeln durch mehrjährige Lagerung auch interessante Reifearomen.

Die Pflanze 

Die Weißtanne, lat. Abies alba, zählt wie die Fichte, lat. Picea abies, zur Familie der Kieferngewächse, Pinaceae. Tannenwälder sind in Kroatien, in Ostserbien und im Rhodopengebirge meist an schwer zugänglichen Stellen in höherer Lage verbreitet. Weißtannen haben eine Pfahlwurzel, im Gegensatz zu Fichten, die ein tellerförmig ausgebreitetes Wurzelsystem besitzt. Beide Nadelhölzer sind Gymnosperme (Nacktsamer), die Samenanlagen liegen also frei auf den Fruchtblättern. Es fehlen Blütenblätter, Fruchtknoten und Narbe. Die Nadelhölzer sind zum größten Teil einhäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich auf denselben Individuen. Die männlichen Blüten bilden Zäpfchen, die eine große Zahl an Staubblättern mit Pollensäcken tragen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Der Pollen von Fichte und Weißtanne wird von je zwei Luftsäcken getragen, die das Schweben in der Luft und die Verbreitung erleichtern.

Thymianhonig

Vorkommen des Honigs: Aus Küstenzonen, selten

Der Honig

Die Farbe des Thymianhonigs ist rötlich-braun. Die Kristallisation erfolgt rasch und grobkörnig. Kristallisierter Thymianhonig hat einen beigen Farbton. Bereits in der Nase fällt der markante Geruch nach Gewürzkräutern auf. Im Geschmack folgt der für Thymianhonige typische Thymolton, der diesen Honig leicht erkennbar macht und lange am Gaumen bleibt. Zusätzlich bemerkbar ist eine markante Säure, die die Süße des Honigs verdeckt. Bereits in der Antike waren Thymianhonige vom Mont Hybla in Sizilien sehr geschätzt.

Die Pflanze

Der Echte Thymian, lat. Thymus vulgaris, zählt zur Familie der Lippenblütler, Labiateae. Die weit verbreitete Heil- und Gewürzpflanze ist ein mehrjähriger Halbstrauch, der eine Wuchshöhe von bis zu 20 cm erreichen kann. Die Blüten sind weiß bis rosafarben. Der Blühzeitraum umfasst Mai bis Oktober. Ursprünglich stammt Thymus vulgaris aus dem westlichen Mittelmeerraum. Die Pflanze gedeiht am besten auf trockenen, kalkhältigen Böden und benötigt heiße Sommer. Sie ist gemeinsam mit Bohnenkraut, Lavendel und Rosmarin eine typische Pflanze der Garrique in den Südwestalpen. An sonnigen, warmen Orten ist Thymian jedoch in ganz Mitteleuropa zu finden. Aus den Blättern des Thymians gewinnt man Thymol, ein ätherisches Öl, dem antibakterielle Wirkung zugeschrieben wird.

Weidenhonig

Vorkommen des Honigs: An Flussufern und aus Feuchtgebieten, selten

Der Honig

Reine Weidenhonige sind im Balkanraum sehr selten zu finden. Als eine der ersten Trachtpflanzen nach der Winterpause sind frühblühende Weiden von enormer Bedeutung für die Bienen. Weidenanteile sind allerdings in fast allen Frühlingshonigen enthalten. Der Weidenhonig ist dem von Obstgehölzen ähnlich: hellgelb, milder Geschmack und feines Aroma. Weidenhonige sind sehr reich an Pollen.

Die Pflanze

Die Weide, lat. Salix spp., zählt wie die Pappel zur Familie der Weidengewächse, Salicaceae. Innerhalb der Gattung Salix gibt es zahlreiche Hybride, da sich die Weidenarten auch untereinander kreuzen. Weiden sind weltweit und in allen Klimazonen verbreitet aber die Mehrzahl der Arten wächst in der nördlich gemäßigten Klimazone. In Europa sind 35 Arten heimisch. Weidenarten gibt es in vielen Erscheinungsformen: Von meterhohen Bäumen bis zu winzigen, krautartigen Sträuchern. Es gibt Arten, die in Auwäldern vorkommen und solche, die man auf steinigen Böden bis in 2.500 m Seehöhe finden kann. Weiden sind  Pionierpflanzen, die Böden erstmalig besiedeln, doch auch als Ziergehölze in Gärten sind sie anzutreffen.

Die Vermehrung ist einfach und erfolgt durch Stecklinge. Weiden eignen sich gut zur Bepflanzung von Böden mit hohem Grundwasserspiegel und zur Befestigung von Flussufern, Wildbächen und Dämmen. Sie haben eine Pfahlwurzel und holen sich Wasser aus großer Tiefe. Insbesondere die nektar- und pollenreiche Salweide, lat. Salix caprea, verwenden viele Imker als Heckenpflanze zur Ernährung der Bienen im zeitigen Frühjahr.

Weiden sind zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Die Blüten sind sehr einfach gebaut und zu ährenartigen, steifen Blütenständen vereinigt. Männliche und weibliche Blüten sondern Nektar ab, jedoch nur die männlichen zusätzlich auch  Pollen. Weibliche Pflanzen sind unauffällig grün, männliche wegen des besonderen Blütenstandes und der leuchtenden Pollenstaubbeutel  hingegen sehr auffällig gelb. Die Zuckerzusammensetzung des Nektars kann bei verschiedenen Weidenarten erheblich schwanken. Pollen und Nektar sind den ganzen Tag verfügbar. Die Pollen werden von den Bienen in großen hellgelben bis olivbraunen Höschen gesammelt. Der Anteil von Weidenpollen am Gesamtpolleneintrag kann in weidenreichen Gebieten bis zu 70 % betragen. Der Stickstoffgehalt von Weidenpollen beträgt 4 % und ist wesentlich höher als der von bereits früher verfügbarem Haselpollen. In Fütterungsversuchen erwies sich Weidenpollen als hochwirksam für die Bienenernährung. Weiden stehen vielerorts aufgrund ihrer Bedeutung für die Insektenernährung unter Naturschutz. Sie gelten auch als sehr wichtige Futterquelle für heimische Schmetterlinge.

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Zedernhonig

Vorkommen des Honigs: Aus höheren Berglagen in mediterranen Klimazonen, selten

Der Honig

Zedernhonig ist hellbraun mit leichtem Rotstich. Im Geruch nicht sehr intensiv. Blumige Aromen mit leichter Würze herrschen vor. Am Gaumen sehr süß mit Noten von Malz, Karamell und Feigenmarmelade. Im Abgang ein zarter Harzton.

Die Pflanze

Die Zeder lat. Cedrus ssp. zählt zur Familie der Piniengewächse lat. Pinacea. Zedern sind große, immergrüne Bäume, die eine weite Krone ausbilden. Sie brauchen viel Wärme und Sonnenlicht um gut zu gedeihen, kommen jedoch mit relativ wenig Niederschlag aus. Zedernholz hat einen intensiven Duft. Für die Zedernhonigproduktion ist die Libanonzeder, lat. Cedrus libani von großer Bedeutung. Sie wächst entlang der Mittelmeerküste bis in den Libanon. Insbesondere im türkischen Taurusgebirge ist sie in höheren Lagen bestandesbildend. Der Rohstoff für Zedernhonig ist Honigtau, der von verschiedenen Lausarten produziert wird. Die Bienen sammeln die Ausscheidungsprodukte der Läuse und tragen sie in den Bienenstock. Dort wird der Honigtau getrocknet und mit Enzymen angereichert.

Zitrushonig

Vorkommen des Honigs: Aus mediterranen Zonen, häufig

Der Honig

Da die Honige der einzelnen Zitrusarten nur schwer voneinander zu unterscheiden sind, wird häufig der Sammelbegriff „Zitrushonig“ für Honige von Mandarinen, Limonen, Zitronen, Orangen und Bergamotten verwendet. Zitrushonige sind in flüssigem Zustand sehr hell bis strohgelb, sobald sie kristallisieren fast weiß bis elfenbeinfarben. Die Kristallisation erfolgt nicht sofort sondern erst einige Monate nach der Ernte. Falls der Honig nicht cremig gerührt wird, neigt er häufig zur Trennung von flüssiger und fester Phase. Zitrushonige haben einen typisch floralen Geruch nach Orangenblüte. Der Geschmack ist  von mittlerer Süße und delikater Säure, hält allerdings nicht lange an. Zitrushonige gelten als pollenarm und können anhand des Pollenbildes eines Honigs nicht eindeutig als solche erkannt werden. Allerdings kann eine seiner Aromakomponenten, nämlich Methylantralinat, analytisch exakt nachgewiesen werden.

Die Pflanze

Zitruspflanzen, lat. Citrus ssp., zählen zur Familie der Rautengewächse, Rutaceae. Sie stammen

ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Zonen Asiens. In der Folge der Feldzüge Alexanders des Großen gelangten einige Arten von ihnen nach Kleinasien. Jahrhunderte später begannen arabische Siedler die exotische Pflanze auch in ihren eroberten europäischen Gebieten anzubauen. Zitruspflanzen sind immergrüne Bäume oder Sträucher mit einer Wuchshöhe von 5 bis 25 Metern. Die Blüten sind weiß und die Früchte färben sich je nach Art grün, gelb oder orange. Die jungen Zweige sind grün, kantig und haben einen dreieckigen Querschnitt. In der Blattachsel sitzen eine Knospe und manchmal auch ein Dorn. Die Blüten sind einzeln oder in doldenartigen Blütenständen zusammengefasst. Je nach Wachstumsrhythmus blühen Zitruspflanzen zu einer bestimmten Jahreszeit oder auch verteilt über das ganze Jahr.