Herzegowina – Goldregenhonig

Herzegowina – Goldregenhonig

Die Reise in die Herzegowina stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Kontaktaufnahme mit den Imkern im Vorfeld der Reise gestaltete sich schwierig. Am Reisetag war das Wetter nass, windig und viel zu kalt. Zuletzt hatte uns auch der Imker Željko Bajović aus Bileća versetzt. Als Željko dann doch mit zwei Stunden Verspätung erschien, war der eigentliche Grund der Reise, sein Goldregenhonig restlos ausverkauft. Aber alles der Reihe nach.

Ein kalter Nordwind empfängt uns in Bileca, einer Stadt mit 4.000 Einwohnern in der Republika Srpska, direkt  an der Grenze zu Montenegro. Schulen gibt es hier, jedoch keine Arbeit, eine Kaserne, doch wenig Gewerbe, viele Polizisten, doch keine Industrie und vor allem keine Arbeitsplätze. Die Jungen gehen zur Armee oder wandern aus. Jugonostalgija scheint das dominante Lebensgefühl zu sein. Symbol dafür ist das Veranstaltungszentrum der Stadt. Es stammt aus der Zeit des jugoslawischen Brutalismus. Etwas in die Jahre gekommen, ähnelt es inzwischen einer zerdrückten und halb verrosteten Konservenbüchse. Auf dem Platz davor prangt ein Denkmal mit rotem Stern.

Am vereinbarten Treffpunkt finden wir eine Art Greißlerladen mit angeschlossenem Agrarmarkt vor. Vom Imker fehlt jede Spur. Eine Verständigung mit der Verkäuferin ist mangels Fremdsprachenkenntnis nicht möglich. Wir flüchteten vor der Kälte ins Internetcafé Illegal, eine Bar, die hauptsächlich von Uniformierten der örtlichen Kaserne frequentiert wird. Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Reise kommen hoch. Ein letzter Versuch einer Kontaktaufnahme: eine Mail-Nachricht, dass wir jetzt ins Restaurant Jezero am Bilećasee fahren. Der wunderbare Blick auf den See und das hervorragende Essen im Restaurant lässt uns alle Unannehmlichkeiten vergessen und bereits Pläne für die Rückreise nach Montenegro schmieden, als plötzlich eine Antwort eintrifft:  „Sorry for misunderstood, we will come to restoran Jezero.“ Der Imker Željko Bajović und sein Schwiegersohn sitzen zu diesem Zeitpunkt bereits am Nebentisch.

Als die Herzegowina gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts unter die Kontrolle Österreich-Ungarns geriet, entdeckten die Besatzer den Reichtum und die Qualität des herzegowinischen Honigs. 1884 wurde eine Imkergenossenschaft gegründet, um Honig für den Export nach Wien bereitzustellen. In den  folgenden Jahren wurde nahezu die gesamte Honigernte des Landes nach Wien geliefert und in der gesamten Monarchie verkauft. Nach Archivdaten der Stadt Trebinje betrug  die exportierte Honigmenge allein im Jahr 1900 über 10 Tonnen.  

Die Herzegowina ist der südliche Landesteil des Staates Bosnien und Herzegowina. Das Klima ist in Küstennähe mediterran. Die Winter sind mild, fast ohne Schnee aber niederschlagsreich. Die Sommer sind sehr heiß und trocken. Der nördliche Teil der Herzegowina ist gebirgig. Durch die Rodung der ursprünglichen Eichenwälder und die ständige Beweidung des Buschwaldes entstanden große Flächen, an denen der stark verwitternde Kalk an die Oberfläche trat. Ein Großteil des Landes ist heute verkarstet.

Die wichtigsten Bienentrachtpflanzen des herzegowinischen Karstes sind Salbei, Christusdorn, Heidekraut und vor allem der Dalmatinische Goldregen lat. Pettaria ramentacea. Der Goldregen  ist ein endemischer Schmetterlingsblütler, dessen Verbreitungsgebiet von der dalmatinischen Küste bis nach Albanien reicht. Die Pflanze mit den auffälligen gelben Blüten wird im Bosnischen auch als Tilovina oder Zanovet bezeichnet. →

Die Hauptblütezeit ist im April und in manchen Jahren können reinsortige Honige gewonnen werden. Der Goldregen ist so etwas wie eine Symbolpflanze des herzegowinischen Karstes. Die Wurzeln dringen tief ins Kalkgestein, binden den Boden und schützen ihn so vor Erosion. Die Pflanze kommt daher in Wiederaufforstungsprojekten zum Einsatz. Die Blätter und Samen des Goldregens enthalten Cytisin und sind giftig. Über eine mögliche Giftigkeit des Honigs liegen keine wissenschaftlichen Angaben vor.

Željko Bajović startete seine Imkerei  mit zwei Bienenstöcken im Jahre 1996 im Dorf Baljci. Davor hatte er in der Verwaltung eines Industriebetriebes gearbeitet, der mit dem Bosnienkrieg in Konkurs ging. Damit hatte er seinen Job verloren. Schon sein Vater hatte 40 Bienenvölker. Heute ist Željko mit 400 Bienenvölkern der größte Wanderimker der Herzegowina. Seine Bienen bringt er im späten Frühling in die Bergregion um Gačko. Im Herbst kommen sie dann zurück ins mildere Klima um den Bilaćasee. Reinsortige Honige erntet er  vom Goldregen, Heidekraut und Salbei.  Die meisten Honige die er verkauft, sind jedoch multifloral. Željko ist stolz auf die insgesamt 200 Arten von Bienentrachtpflanzen die hier vorkommen und dem herzegowinischen Honig eine besondere Komplexität ver-leihen. In manchen Jahren gibt es auch Eichenhonig und Waldhonig aus dem Gebirge.

Wir fahren zu einem nahen Steinbruch, der direkt am Ufer des Bilećasees liegt. Hier hat Željko einen seiner großen Bienenstände. Am Wegrand steht der Goldregen Anfang April am Beginn seiner Blüte. „Wir haben Erträge von nur 7 bis 8 kg pro Jahr“, erzählt der Imker. „Im Sommer hat es hier am See bis zu 40 Grad. Zu diesem Zeitpunkt sind die Bienen im Gebirge. Hier ist alles verdorrt und es gibt keine Blüten.“ Und fügt ironisch hinzu: „Eigentlich machen wir Honig aus Stein, wir quetschen die vielen Steine aus.“

Wie er einen typischen Goldregenhonig charakterisiert? „Dunkel, stark kristallisiert mit hohem Mineralstoffgehalt. Fast wie Waldhonig.“  Für heuer ist er völlig ausverkauft.  Als er unsere Enttäuschung bemerkt, verspricht er, einige Gläser des Goldregenhonigs nach Abschluss der diesjährigen Ernte zuzusenden.

In den zwanzig Jahren, in denen er Imker ist, hat Željko Bajović noch nie eine Situation wie im Frühling 2019 erlebt. Alles hatte in der Herzegowina auf eine gute Honigsaison hingedeutet.  Der Goldregen war in Vollblüte, die Völker stark und dann kam der Regen. Tagelang hat es geregnet und die Bienen begannen zu schwärmen, alle zugleich. „An einem Tag habe ich 20 Schwärme gefangen“, erzählt er. „Damit bin ich reif für das Guiness Buch der Rekorde!  Ich habe das Jahr mit 400 Völkern begonnen und 500 beendet. Der erste Schwarm kam bereits am 25. April.“

Das Fangen von Schwärmen wurde in den Ländern des Balkans traditionellerweise von alten Riten und Gebräuchen begleitet. Manche Imker zerrieben Zitronenmelisse in ihren Händen in der Hoffnung, dass sich ein Schwarm dort niederlassen könnte. Andere streuten Sand oder Staub in den Bienenschwarm oder sprühten Wasser darauf um Regen zu simulieren und den Schwarm damit zur raschen Landung zu bringen. Wieder andere setzten auf Lärm. Sie schlugen auf metallene Töpfe und lockten Bienen mit ihrer Stimme wie etwa in einer Szene des Dokumentarfilms Honeyland gezeigt wird. Was Zeljko von diesen Bräuchen hält? „Unsinn“ meint er kurz aber entschieden. ↓

Die Reise in die Herzegowina stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Kontaktaufnahme mit den Imkern im Vorfeld der Reise gestaltete sich schwierig. Am Reisetag war das Wetter nass, windig und viel zu kalt. Zuletzt hatte uns auch der Imker Željko Bajović aus Bileća versetzt. Als Željko dann doch mit zwei Stunden Verspätung erschien, war der eigentliche Grund der Reise, sein Goldregenhonig restlos ausverkauft. Aber alles der Reihe nach.

Ein kalter Nordwind empfängt uns in Bileca, einer Stadt mit 4.000 Einwohnern in der Republika Srpska, direkt  an der Grenze zu Montenegro. Schulen gibt es hier, jedoch keine Arbeit, eine Kaserne, doch wenig Gewerbe, viele Polizisten, doch keine Industrie und vor allem keine Arbeitsplätze. Die Jungen gehen zur Armee oder wandern aus. Jugonostalgija scheint das dominante Lebensgefühl zu sein. Symbol dafür ist das Veranstaltungszentrum der Stadt. Es stammt aus der Zeit des jugoslawischen Brutalismus. Etwas in die Jahre gekommen, ähnelt es inzwischen einer zerdrückten und halb verrosteten Konservenbüchse. Auf dem Platz davor prangt ein Denkmal mit rotem Stern.

Am vereinbarten Treffpunkt finden wir eine Art Greißlerladen mit angeschlossenem Agrarmarkt vor. Vom Imker fehlt jede Spur. Eine Verständigung mit der Verkäuferin ist mangels Fremdsprachenkenntnis nicht möglich. Wir flüchteten vor der Kälte ins Internetcafé Illegal, eine Bar, die hauptsächlich von Uniformierten der örtlichen Kaserne frequentiert wird. Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Reise kommen hoch. Ein letzter Versuch einer Kontaktaufnahme: eine Mail-Nachricht, dass wir jetzt ins Restaurant Jezero am Bilećasee fahren. Der wunderbare Blick auf den See und das hervorragende Essen im Restaurant lässt uns alle Unannehmlichkeiten vergessen und bereits Pläne für die Rückreise nach Montenegro schmieden, als plötzlich eine Antwort eintrifft:  „Sorry for misunderstood, we will come to restoran Jezero.“ Der Imker Željko Bajović und sein Schwiegersohn sitzen zu diesem Zeitpunkt bereits am Nebentisch.

Als die Herzegowina gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts unter die Kontrolle Österreich-Ungarns geriet, entdeckten die Besatzer den Reichtum und die Qualität des herzegowinischen Honigs. 1884 wurde eine Imkergenossenschaft gegründet, um Honig für den Export nach Wien bereitzustellen. In den  folgenden Jahren wurde nahezu die gesamte Honigernte des Landes nach Wien geliefert und in der gesamten Monarchie verkauft. Nach Archivdaten der Stadt Trebinje betrug  die exportierte Honigmenge allein im Jahr 1900 über 10 Tonnen.  

Die Herzegowina ist der südliche Landesteil des Staates Bosnien und Herzegowina. Das Klima ist in Küstennähe mediterran. Die Winter sind mild, fast ohne Schnee aber niederschlagsreich. Die Sommer sind sehr heiß und trocken. Der nördliche Teil der Herzegowina ist gebirgig. Durch die Rodung der ursprünglichen Eichenwälder und die ständige Beweidung des Buschwaldes entstanden große Flächen, an denen der stark verwitternde Kalk an die Oberfläche trat. Ein Großteil des Landes ist heute verkarstet.

Die wichtigsten Bienentrachtpflanzen des herzegowinischen Karstes sind Salbei, Christusdorn, Heidekraut und vor allem der Dalmatinische Goldregen lat. Pettaria ramentacea. Der Goldregen  ist ein endemischer Schmetterlingsblütler, dessen Verbreitungsgebiet von der dalmatinischen Küste bis nach Albanien reicht. Die Pflanze mit den auffälligen gelben Blüten wird im Bosnischen auch als Tilovina oder Zanovet bezeichnet. →

Die Hauptblütezeit ist im April und in manchen Jahren können reinsortige Honige gewonnen werden. Der Goldregen ist so etwas wie eine Symbolpflanze des herzegowinischen Karstes. Die Wurzeln dringen tief ins Kalkgestein, binden den Boden und schützen ihn so vor Erosion. Die Pflanze kommt daher in Wiederaufforstungsprojekten zum Einsatz. Die Blätter und Samen des Goldregens enthalten Cytisin und sind giftig. Über eine mögliche Giftigkeit des Honigs liegen keine wissenschaftlichen Angaben vor.

Željko Bajović startete seine Imkerei  mit zwei Bienenstöcken im Jahre 1996 im Dorf Baljci. Davor hatte er in der Verwaltung eines Industriebetriebes gearbeitet, der mit dem Bosnienkrieg in Konkurs ging. Damit hatte er seinen Job verloren. Schon sein Vater hatte 40 Bienenvölker. Heute ist Željko mit 400 Bienenvölkern der größte Wanderimker der Herzegowina. Seine Bienen bringt er im späten Frühling in die Bergregion um Gačko. Im Herbst kommen sie dann zurück ins mildere Klima um den Bilaćasee. Reinsortige Honige erntet er  vom Goldregen, Heidekraut und Salbei.  Die meisten Honige die er verkauft, sind jedoch multifloral. Željko ist stolz auf die insgesamt 200 Arten von Bienentrachtpflanzen die hier vorkommen und dem herzegowinischen Honig eine besondere Komplexität ver-leihen. In manchen Jahren gibt es auch Eichenhonig und Waldhonig aus dem Gebirge.

Wir fahren zu einem nahen Steinbruch, der direkt am Ufer des Bilećasees liegt. Hier hat Željko einen seiner großen Bienenstände. Am Wegrand steht der Goldregen Anfang April am Beginn seiner Blüte. „Wir haben Erträge von nur 7 bis 8 kg pro Jahr“, erzählt der Imker. „Im Sommer hat es hier am See bis zu 40 Grad. Zu diesem Zeitpunkt sind die Bienen im Gebirge. Hier ist alles verdorrt und es gibt keine Blüten.“ Und fügt ironisch hinzu: „Eigentlich machen wir Honig aus Stein, wir quetschen die vielen Steine aus.“

Wie er einen typischen Goldregenhonig charakterisiert? „Dunkel, stark kristallisiert mit hohem Mineralstoffgehalt. Fast wie Waldhonig.“  Für heuer ist er völlig ausverkauft.  Als er unsere Enttäuschung bemerkt, verspricht er, einige Gläser des Goldregenhonigs nach Abschluss der diesjährigen Ernte zuzusenden.

In den zwanzig Jahren, in denen er Imker ist, hat Željko Bajović noch nie eine Situation wie im Frühling 2019 erlebt. Alles hatte in der Herzegowina auf eine gute Honigsaison hingedeutet.  Der Goldregen war in Vollblüte, die Völker stark und dann kam der Regen. Tagelang hat es geregnet und die Bienen begannen zu schwärmen, alle zugleich. „An einem Tag habe ich 20 Schwärme gefangen“, erzählt er. „Damit bin ich reif für das Guiness Buch der Rekorde!  Ich habe das Jahr mit 400 Völkern begonnen und 500 beendet. Der erste Schwarm kam bereits am 25. April.“

Das Fangen von Schwärmen wurde in den Ländern des Balkans traditionellerweise von alten Riten und Gebräuchen begleitet. Manche Imker zerrieben Zitronenmelisse in ihren Händen in der Hoffnung, dass sich ein Schwarm dort niederlassen könnte. Andere streuten Sand oder Staub in den Bienenschwarm oder sprühten Wasser darauf um Regen zu simulieren und den Schwarm damit zur raschen Landung zu bringen. Wieder andere setzten auf Lärm. Sie schlugen auf metallene Töpfe und lockten Bienen mit ihrer Stimme wie etwa in einer Szene des Dokumentarfilms Honeyland gezeigt wird. Was Zeljko von diesen Bräuchen hält? „Unsinn“ meint er kurz aber entschieden. ↓

Imker Željko Bajović und sein Schwiegersohn beim Bienenstand im Steinbruch
Imker Željko Bajović und sein Schwiegersohn beim Bienenstand im Steinbruch
Imker Željko Bajović und sein Schwiegersohn bei ihrem Bienstand im Steinbruch
der Imker Željko Bajović und sein Schwiegersohn bei ihrem Bienstand im Steinbruch

„Imkerei war meine Leidenschaft, jetzt ist es ein Job, nur noch ein Job“, fügt er lapidar hinzu. Auf die Frage was Željko machen würde, wäre er kein Imker, denkt er kurz nach. Dann huscht ein kurzes aber bitteres Lächeln über seine Lippen. Es folgt ein vielsagendes Schweigen und dann die kurze aber mehrdeutige Antwort „Politik!“   Was zwischen 1992 und 1995 in Bosnien passierte?  „Komplett verrückte Dinge!“  Schweigen und wieder ein mehrdeutiges Lächeln. Weitere Nachfrage zwecklos. Dann ergänzt er unvermutet: „Verrückte Dinge, es war eine verrückte Zeit. Es dauert mindestens fünf Tage, um das alles zu erzählen. Wenn du mehr wissen willst, musst du mindestens fünf Tage bleiben.“

Bosnien-Herzegowina war einer der Hauptschauplätze des Jugoslawienkrieges, der 1995 mit dem Friedensabkommen von Dayton beendet wurde. Dem Vertrag nach blieb Bosnien-Herzegowina ein selbständiger Staat mit zwei ethnisch getrennten und politisch weitgehend unabhängigen Teilen, der muslimisch-kroatischen Föderation und der Republika Srpska. Die politischen Spannungen zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen halten bis heute an. Von den insgesamt über zwei Millionen Vertriebenen ist bisher nur die Hälfte zurückgekehrt; ein Drittel davon in Gebiete, die nicht von ihrer Volksgruppe verwaltet werden. Anstatt der früheren Durchmischung leben heute viele Bosnier und Serben in ethnisch reinen Gebieten. Und bis heute herrscht politische und wirtschaftliche Agonie im Land.

Ein Blick weiter zurück in die Geschichte erklärt noch eine weitere Eigenheit des Landes. Wie viele andere Länder des Westbalkans wurde Bosnien-Herzegowina gegen Ende des 15. Jahrhunderts vom Osmanischen Reich erobert. Große Teile der Bevölkerung konvertierten zum Islam. Mit dem Rückzug der Osmanen gegen Ende des  19. Jahrhundert kam es in Bosnien, im Gegensatz zum Nachbarland Montenegro, zu keinem bewaffneten Kampf um politische Selbständigkeit. 1878 wurde das Land auf dem Berliner Kongress unter österreichische Verwaltung gestellt und 1908 von Österreich-Ungarn annektiert. Ab 1918 war Bosnien-Herzegowina Teil des Königreiches Jugoslawien. →

Die Herzegowina ist ein Land der Stauseen, der gefluteten Dörfer und der umgesiedelten Klöster.

Titos Plan, das Land mit Hilfe der Wasserkraft von einer bäuerlichen Vergangenheit in eine glorreiche industrielle Zukunft zu katapultieren forderte seine Opfer. Bevor der Damm gebaut wurde und das Wasser des Flusses Trebišnjica das Tal versenkte, wurden die umliegenden fünf Dörfer Panik, Orah, Čepelica, Zadublje und Miruše evakuiert. Sämtliche Häuser, Bauernhöfe, Friedhöfe und Kirchen verschwanden in den Fluten. Unter Wasser gesetzt wurden auch das Kosijerevo-Kloster und die berühmte archäologische Stätte Leusinio aus der Römerzeit. „Am Grund des Sees existiert eine ganze Welt, die viele Geheimnisse birgt“, lautet der Slogan eines örtlichen Touristikunternehmens und weiter „Es gibt keinen besseren Weg, sie zu entdecken, als beim Tauchen.“ Kein Wunder, dass der Bilećasee und seine Unterwasserdörfer langsam aber sicher zu einem beliebten Ziel für archäologische Taucher werden. Eine Analogie drängt sich auf. Auch die Bewohner des Landes scheinen ein Geheimnis aus der jüngeren Geschichte zu verbergen, in das einzudringen nicht so einfach ist. Und noch eine zweite: Der Nationalismus ist wie der Goldregen. Die Wurzeln dringen tief in den Boden und halten das poröse Gestein fest. Die Früchte jedoch sind giftig.

„Ein Reisender möge sich vor Enthusiasmus hüten, wenn er welchen hat und vor allem, wenn er keinen hat“, schrieb der preußische Militärattaché Helmuth von Moltke im Jahre 1835 in einem Reisebericht über den Balkan. Wir warten inzwischen noch auf die versprochene Zusendung des Honigs.

Bezugsquelle für Goldregenhonig:

Pčelarstvo Bajović, Željko Bajović:
Kralja Petra Oslobodioca I broj 9,
89230 Bileća
Email: pcelarstvo.bajovic@gmail.com

Narudžbe Bileća:
065 213 169 i 065 897 307
Ostali gradovi:
065 485 873 i 066 246 688

„Imkerei war meine Leidenschaft, jetzt ist es ein Job, nur noch ein Job“, fügt er lapidar hinzu. Auf die Frage was Željko machen würde, wäre er kein Imker, denkt er kurz nach. Dann huscht ein kurzes aber bitteres Lächeln über seine Lippen. Es folgt ein vielsagendes Schweigen und dann die kurze aber mehrdeutige Antwort „Politik!“   Was zwischen 1992 und 1995 in Bosnien passierte?  „Komplett verrückte Dinge!“  Schweigen und wieder ein mehrdeutiges Lächeln. Weitere Nachfrage zwecklos. Dann ergänzt er unvermutet: „Verrückte Dinge, es war eine verrückte Zeit. Es dauert mindestens fünf Tage, um das alles zu erzählen. Wenn du mehr wissen willst, musst du mindestens fünf Tage bleiben.“

Bosnien-Herzegowina war einer der Hauptschauplätze des Jugoslawienkrieges, der 1995 mit dem Friedensabkommen von Dayton beendet wurde. Dem Vertrag nach blieb Bosnien-Herzegowina ein selbständiger Staat mit zwei ethnisch getrennten und politisch weitgehend unabhängigen Teilen, der muslimisch-kroatischen Föderation und der Republika Srpska. Die politischen Spannungen zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen halten bis heute an. Von den insgesamt über zwei Millionen Vertriebenen ist bisher nur die Hälfte zurückgekehrt; ein Drittel davon in Gebiete, die nicht von ihrer Volksgruppe verwaltet werden. Anstatt der früheren Durchmischung leben heute viele Bosnier und Serben in ethnisch reinen Gebieten. Und bis heute herrscht politische und wirtschaftliche Agonie im Land.

Ein Blick weiter zurück in die Geschichte erklärt noch eine weitere Eigenheit des Landes. Wie viele andere Länder des Westbalkans wurde Bosnien-Herzegowina gegen Ende des 15. Jahrhunderts vom Osmanischen Reich erobert. Große Teile der Bevölkerung konvertierten zum Islam. Mit dem Rückzug der Osmanen gegen Ende des  19. Jahrhundert kam es in Bosnien, im Gegensatz zum Nachbarland Montenegro, zu keinem bewaffneten Kampf um politische Selbständigkeit. 1878 wurde das Land auf dem Berliner Kongress unter österreichische Verwaltung gestellt und 1908 von Österreich-Ungarn annektiert. Ab 1918 war Bosnien-Herzegowina Teil des Königreiches Jugoslawien. →

Die Herzegowina ist ein Land der Stauseen, der gefluteten Dörfer und der umgesiedelten Klöster.

Titos Plan, das Land mit Hilfe der Wasserkraft von einer bäuerlichen Vergangenheit in eine glorreiche industrielle Zukunft zu katapultieren forderte seine Opfer. Bevor der Damm gebaut wurde und das Wasser des Flusses Trebišnjica das Tal versenkte, wurden die umliegenden fünf Dörfer Panik, Orah, Čepelica, Zadublje und Miruše evakuiert. Sämtliche Häuser, Bauernhöfe, Friedhöfe und Kirchen verschwanden in den Fluten. Unter Wasser gesetzt wurden auch das Kosijerevo-Kloster und die berühmte archäologische Stätte Leusinio aus der Römerzeit. „Am Grund des Sees existiert eine ganze Welt, die viele Geheimnisse birgt“, lautet der Slogan eines örtlichen Touristikunternehmens und weiter „Es gibt keinen besseren Weg, sie zu entdecken, als beim Tauchen.“ Kein Wunder, dass der Bilećasee und seine Unterwasserdörfer langsam aber sicher zu einem beliebten Ziel für archäologische Taucher werden. Eine Analogie drängt sich auf. Auch die Bewohner des Landes scheinen ein Geheimnis aus der jüngeren Geschichte zu verbergen, in das einzudringen nicht so einfach ist. Und noch eine zweite: Der Nationalismus ist wie der Goldregen. Die Wurzeln dringen tief in den Boden und halten das poröse Gestein fest. Die Früchte jedoch sind giftig.

„Ein Reisender möge sich vor Enthusiasmus hüten, wenn er welchen hat und vor allem, wenn er keinen hat“, schrieb der preußische Militärattaché Helmuth von Moltke im Jahre 1835 in einem Reisebericht über den Balkan. Wir warten inzwischen noch auf die versprochene Zusendung des Honigs.

Bezugsquelle für Goldregenhonig:

Pčelarstvo Bajović, Željko Bajović:
Kralja Petra Oslobodioca I broj 9,
89230 Bileća
Email: pcelarstvo.bajovic@gmail.com

Narudžbe Bileća:
065 213 169 i 065 897 307
Ostali gradovi:
065 485 873 i 066 246 688